Frisch von draußen – Praxisluft schnuppern mit Wilhelmine Heinz

Das Studium am Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz beginnt mit Vorlesungen, Seminaren und Exkursionen. Je nach Studiengang heißt es dann irgendwann „ab ins Praxissemester“. Wir interviewen in unserer neuen Rubrik „Frisch von draußen“ Studierende, die gerade ihr Praxissemester absolviert haben oder mitten drin stecken, um zu erfahren wie diese aufregende Zeit für sie war/ist.

Foto links: Freilandschweine von Familie Hübner. Dort wurde am 28.September 2020 ein "Umstellertag" vertanstaltet, wo sich die Landwirt*innen austauschen konnten.

Foto rechts: Entnahme von Bodenproben in Reichnow-Möglin am 17.November 2020.

Foto Credits: Wilhelmine Heinz


Seit wann und was studierst du in Eberswalde?

Ich studiere seit 2016 in Eberswalde und habe mit dem Bachelor Ökolandbau und Vermarktung angefangen. Diesen habe ich 2019 abgeschlossen und studiere jetzt Öko-Agrarmanagement.


Mit Blick auf dein Studium: Wonach hast du deinen Praktikumsbetrieb ausgewählt und was wolltest du dort insbesondere lernen, vertiefen?

Ich habe mein Praktikum im Beratungsbüro "Landwirtschaftliche Unternehmensberatung Beate Hallau" gemacht. Ich habe mich dazu entschieden, weil ich vor dem Praktikum überlegt habe, ob Beraterin vielleicht nach dem Studium ein Job für mich wäre. Und dann wollte ich einfach mal gucken, was man da so den ganzen Tag macht.


Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen?

Ich habe im Wintersemester mein Praktikum gemacht. Dadurch war ich hauptsächlich im Büro und habe immer von 9 bis 17 Uhr gearbeitet. Hauptsächlich habe ich mich mit Agrarförderanträgen und Düngebedarfsermittlungen beschäftigt. Ich habe aber auch viel hospitiert. Wenn die Landwirt*innen dann im Büro waren und irgendein Anliegen hatten, konnte ich dabei sein und habe mir angeschaut, wie so ein Beratungsgespräch abläuft. Am besten gefallen hat mir tatsächlich, dass ich in den drei Monaten, in denen ich dort war, auch drei Mal auf Betrieben war und vor Ort Umstellungsberatung gemacht wurde oder ich bei Öko-Kontrollen dabei sein durfte. Außerdem waren wir zweimal Bodenproben ziehen. Also die Mischung aus Büro-Arbeit und Draußen-Sein liegt mir schon sehr.


Inwiefern war dein Praktikum für deine berufliche Orientierung hilfreich? Was nimmst du aus deiner Zeit im Praktikum mit?

Wie gesagt, ich habe das gemacht, um zu schauen, ob das was für mich wäre und bin letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass es schon ein Job für mich wäre, allerdings nicht als Selbstständige, weil Haftungsfragen und so eben ziemlich bedeutend sind und das dann ziemlich nervenaufreibend sein kann. Als angestellte Beraterin zu arbeiten ist für ich auf jeden Fall eine Möglichkeit. Da muss man natürlich schauen, was ausgeschrieben ist. Ansonsten nehme ich noch mit, dass diese ganze Agrarfördersache ziemlich wichtig ist und dass die meisten Landwirt*innen, oder auch ich, bevor ich da war, eigentlich gar keine Ahnung davon haben. Die Förderung ist so wichtig, da es für die Landwirt*innen einfach zum Einkommen dazu gehört.


Wie blickst du auf den Abschluss deines Studiums an der HNEE und deine weitere Laufbahn? Kannst du dir vorstellen später in diesem Job zu arbeiten?

Ja ich kann es mir schon vorstellen, allerdings werde ich Ende des Jahres fertig mit dem Studium und ich habe noch keinen Job in Aussicht. Ich werde einfach gucken, was so für Stellen ausgeschrieben sind und mich umschauen. Das Praktikum hat mir auf jeden Fall schon sehr weitergeholfen mich zu entwickeln.


Angenommen ein*e Studi interessiert sich ebenfalls für „deinen“ Betrieb für´s eigene Praktikum, was wären deine Hinweise? Was sollte die Person mitbringen, um hier ein ertragreiches Praktikum zu absolvieren?

An sich muss man halt wissen, dass das wirklich 90 Prozent Büroarbeit ist. Also wenn man nur draußen sein will, dann ist es auf jeden Fall nichts. Es gibt auch mal lange Tage, zum Beispiel wenn wir auf Betrieben unterwegs waren, waren wir häufig später zu Hause. Man sollte auch bedenken, dass es hier kein Team gibt, sondern „nur“ Frau Hallau. Möglichkeiten sich auszutauschen gibt es dennoch, zum Beispiel mit den Landwirt*innen. Ich persönlich bevorzuge im Job ein größeres Team mit dem man sich zu Kund*innen, Problemen etc. austauschen kann.

Außerdem wichtig ist das Verständnis für Excel, die Agrarförderprogramme beruhen oft auf Excel-Tabellen. Damit sollte man auf jeden Fall schon einmal gearbeitet haben. Und man lernt die verschiedenen Richtlinien kennen. Das wusste ich vorher auch alles nicht im Detail, das habe ich dort gelernt.


Vielen Dank für das Gespräch!