Grünlandexpert*innen machen Halt an unserem Fachbereich

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Inga Schleip

Ende September kam der Paulinenauer Arbeitskreis Grünland und Futterwirtschaft e.V. bei seiner jährlichen Exkursion zu uns an die HNEE. Ziel des Vereines aus Grünland-Wissenschaftler*innen und Milchvieh-Landwirten Nord-Ost-Deutschlands ist es, gemeinsam die Forschung und Praxis in Grünland und Futterbau voranzubringen.


Empfangen wurden die Grünlandexperten mit herzlichen Worten von unserer Grünland-Professorin Dr. Inga Schleip: „Ich freue mich und fühle mich sehr geehrt, Sie als ausgewiesene Grünlandexperten bei uns willkommen zu heißen.“ Am Vormittag gab es ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm: Nach der Begrüßung durch unseren Präsidenten stellte Inga Schleip die aktuelle Grünland-Ausbildung in den Studiengängen und die bisherige Entwicklung des mittlerweile zwei Jahre jungen Grünland-Fachgebietes dar. Dass die Wirtschaftlichkeit der Grünlandnutzung noch einen größeren Umfang in der Lehre haben sollte, war eine der wertvollen Anregungen durch die Arbeitskreismitglieder.


Anschließend stellte Prof. Dr. Vera Luthardt die aktuellen Projekte aus ihrer Arbeitsgruppe zur Grünlandbewirtschaftung auf Niedermoor vor. Unter anderem beeindruckte Masterstudent Laurentiu Constantin die Gruppe mit Modellierungsergebnissen zum Moorbodenschwund im Havel-Luch: Das Meliorations-Szenario mit tiefen Grundwasserständen, die die Bearbeitbarkeit der Flächen gewährleisten sollen, führt auf lange Sicht zu stärkerer Vernässung der Flächen. Grund ist der starke Abbau von organischer Substanz im Boden und die darauf folgende Geländeabsackung.


Am Nachmittag ging es dann in die Praxis zu einem Innoforum-Partnerbetrieb der Hochschule: Karl-Heinz Manzke von dem Biobetrieb Weidewirtschaft Liepe e.G. führte über die Grünlandflächen im Niederoderbruch. Beweidet werden die Flächen durch insgesamt 550 Rot-Angus-Mutterkühe und deren Nachzucht. Herr Manzke und sein Mitarbeiter*innen erhofften sich von dem fachkundigen Besuch Anregungen zur nicht immer einfachen Bewirtschaftung des extensiven Grünlandes. Auf einer Fläche, deren Bewuchs die Kühe auch bei großem Hunger nicht anrühren, war schnell der giftige Sumpfschachtelhalm als Auslöser identifiziert und ein paar Tipps zur schwierigen Eindämmung gegeben.


Die rundum gelungene Exkursion ging bei schönstem Wetter mit Aussicht auf das Schiffshebewerk Niederfinow zu Ende: „Die Manöverkritik“ bei der Rückfahrt ergab, dass die Teilnehmer mehr als zufrieden mit dem Ablauf und den Inhalten der Exkursion waren“ stellte Dr. Jürgen Pickert, Vorsitzender des Paulinenauer Arbeitskreises erfreut fest.