Kühn gedacht - grün gemacht! Workshop Stadtgrün und Stadtbegrünung



Im Rahmen der bundesweiten Klimaaktionswoche vom 25.11. –29.11.2019 fanden an unserer Hochschule einige inspirierende, mitreißende, kreative Aktionen statt. Eine davon war ein vier stündiger Workshop zum Thema „Stadtgrün und Stadtbegrünung in Eberswalde“ am Dienstagvormittag. Was ist erfrischender als an einem grauen Novembertag grüne Ideen zu entwickeln? Eingeladen dazu hat der Bachelorstudiengang „Regionalmanagement“ (RM) im Rahmen des Moduls „Regionale Netze“, unterschützt von den Lehrenden Prof. Dr. Benjamin Nölting und Prof. Dr. Antje Stöckmann. Die Teilnehmenden waren zusammengewürfelt aus Studierenden der Studiengänge ÖLV, LANU, RUN und RM. Zu Gast waren Prof. Dr. Jürgen Peters und LaNu Absolventin und städtische Angstelle Severine Wolff sowie der ehemalige Eberswalder Bürgermeister Dr. Hans Mai.


Eberswalde ist wandelbar

Die Veranstaltung begann mit einem Fachinput von Herrn Peters, in dem er die Situation des Grüns in unserer Stadt im Verlauf der Geschichte schilderte. Anschließend gab Frau Wolff einen kurzen Bericht zum Status Quo des Eberswalder Stadtgrüns.

Aktuelle Trends in Städten sind Versiegelung und Überbauung. Doch Eberswalde will sich in eine andere Richtung entwickeln. Kleine und größere Grünflächen, schöne Parks ziehen sich durch die gesamte Innenstadt. Der Finowkanal, um 1900 noch eine rein industriell genutzte Wasserstraße, dient heute zum größten Teil der Erholung und ist von Grün gesäumt. Doch das Potential und die Möglichkeiten Eberswalde grüner, lebendiger und nachhaltiger zu gestalten sind immer noch groß. Unzählige Brachen und versiegelte Flächen könnten bepflanzt werden und somit zu mehr Biodiversität beitragen und dazu, sich der Herausforderung des Klimawandels entgegenzustellen. Dabei tritt jedoch immer wieder das Argument in den Vordergrund, dass es städtebaulich sinnvoller sei, innerstädtische Freiflächen zu bebauen, statt nach außen zu expandieren. Bei diesem Thema treffen verschiedene Meinungen aufeinander und alle haben ihre Berechtigung, weshalb es wichtig ist, sich darüber auszutauschen. Herr Mai, der sich durch seine Tätigkeiten im Eberswalder Bauausschuss mit den Entwicklungen der Stadt auskennt, betonte noch einmal wie wichtig es sei, einen Austausch zwischen verschiedene Interessensgruppen zu fördern und sich dabei immer wieder auf den gleichen Wissensstand zu bringen, um nicht aneinander vorbei zu reden.


Kühn gedacht- grün gemacht!

Zur Förderung von Eigeninitiative und Engagement hat die Stadt Eberswalde ein Förderprogramm entwickelt, über das es möglich ist, eigene nachhaltige und stadtbildprägende Projekte durch die Stadt finanzieren zu lassen.Aber auch größere Maßnahmen sollten aus Sicht der Studierenden für die Stadt in Betracht gezogen werden, wie z.B. das städtebauliche Konzept der „Schwammstadt“. Der Ansatz verfolgt die Idee, Regenwasser nicht lediglich zu kanalisieren und abzuleiten, sondern es zurückzuhalten und zu speichern, wie zum Beispiel durch Gräben und Auffangbecken, sogenannt Rigolsysteme. Die Stadt saugt sich sozusagen wie ein Schwamm mit Regenwasser voll. Auch Fassaden- und Dachbegrünungen können einen Teil des Wassers verdunsten und so zur Verbesserung des Klimas und Kühlung der Stadt beitragen.


The grass is always greener on the other side of the fence

Im Anschluss an die Fachinputs stellten Regionalmanagement-Studentinnen gute Beispiele für Stadtbegrünung aus anderen Städten vor. Zum einen die Green City München, welche durch kreative Ideen, wie „Wanderbaumalleen“ und eine grüne Nutzung von Parkplätzen die Bewohner*innen zusammenkommen und kreativ werden lässt. Als zweites Beispiel wurde „The Edible Bus Stop“ in London vorgestellt, eine Reihe von Bushaltestellen, welche mit essbaren Pflanzen bepflanzt wurden und die Anwohner*innen zusammenbringen.


Ideen umsetzen- aus dem Kopf aufs Papier

Nach einer kurzen Pause wurden alle Teilnehmenden aufgefordert in Kleingruppen an einem kreativen Ideenfindungsprozess teilzunehmen. Nach einem Brainstorming wurden vertiefende Fragen bearbeitet: Welche Ideen zur Begrünung können in welcher Form umgesetzt werden? Wer könnte an der Umsetzung beteiligt sein? Wie könnte es konkret mit der Umsetzung weitergehen? In 25 Minuten auf diese Fragen abschließende Antworten zu finden war zwar nicht möglich, aber gute Ansätze zu folgenden Fragestellungen sind entstanden: Wie könnten Dächer grün und nutzbar gemacht werden? Welche anderen Nutzungsmöglichkeiten sind für Parkplätze in Eberswalde denkbar? Wie könnte das Brandenburgische Viertel aufwertet werden? Außerdem wurden Ideen für einen „Leitfaden für Fassadenbegrünung für private Grundstücke“ und „Grüne Stellwände“ für einen grünen Marktplatz entwickelt.



Was bei allen Vorstellungen der Ideen hervorstach war, dass durch eine gute Zusammenarbeit, einen interdisziplinären Austausch – hier zwischen LaNus und Regionalmanager*innen – und Vernetzung viel mehr möglich ist. Wenn wir viele Akteure an der Umsetzung beteiligen, bleiben unsere schönen Ideen und Vorstellungen nicht nur eine Utopie und die nächste Generation freut sich über eine noch grünere Waldstadt Eberswalde.

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