Was macht eigentlich Volker Tubandt?

Der ÖLV- und RuN-Alumni Volker Tubandt berichtet von seiner Studienzeit, seinem weiteren Werdegang und seinem heutigen Arbeitsleben als Teamleiter im Nationalpark Unteres Odertal.


HNEE-Alumni Volker Tubandt (Foto: Volker Tubandt)


Was hast Du in Eberswalde studiert und warum hast Du Dich damals für Eberswalde entschieden?

Ich habe zuerst meinen Bachelor in Ökolandbau und Vermarktung gemacht und dann noch den Masterstudiengang Regionalentwicklung und Naturschutz (der jetzt Nachhaltige Regionalentwicklung heißt) angeschlossen. Ich bin in Lunow (Barnim) aufgewachsen und interessierte mich schon seit Kindertagen für die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Für mich war es ein Glücksfall, dass die Studiengänge, die mich interessierten, direkt vor meiner Haustür in Eberswalde angeboten wurden.


Wo und wie hast Du während Deines Studiums Praxiserfahrungen gesammelt?

Zum einen im Bereich Gemüsebau im Ökobetrieb Brodowin. Dort habe ich ein halbes Jahr ein Praktikum absolviert. Zudem war ich in der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim und ich engagiere mich seit vielen Jahren ehrenamtlich in einigen Vereinen, die sich die Regionalentwicklung auf die Fahne geschrieben haben.


Worüber hast Du deine Abschlussarbeit geschrieben und was war dein Ergebnis?

Eines meiner Interessengebiete ist die historische Baukultur im Nordosten Brandenburgs. In meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit Tabaktrockengebäuden an der Unteren Oder beschäftigt. Ich habe eine große Anzahl von ihnen kartiert, klassifiziert und Umnutzungsformen aufgezeigt. In meiner Masterarbeit habe ich mich dann mit der Systematisierung von Baukulturelementen im Untersuchungsgebiet Schorfheide-Chorin beschäftigt.


Wo hat es dich nach dem Studium hingezogen? Was machst du jetzt?

Nach dem Studium stand für mich fest, dass ich gerne in meiner Heimat bleiben möchte. Ich hatte mir viele Netzwerke aufgebaut und wollte darauf aufbauen. Ich fand eine Stelle als Elternzeitvertretung im Bereich Fördermittelmanagement im Landkreis Barnim. Es folgten weitere befristete Stellen im Bereich Tourismus und Regionalentwicklung beim Landkreis Barnim und bei der Stadtverwaltung Schwedt/Oder. Seit September 2020 bin ich nun Teamleiter für den Bereich Tourismus, Regionalentwicklung und deutsch-polnische Kooperation beim Nationalpark Unteres Odertal in Criewen. Ich bin u.a. verantwortlich für die touristische Infrastruktur, die Partnerinitiative des Nationalparks und die deutsch-polnischen Förderprojekte.


Was nimmst du aus Eberswalde mit?

Aus Eberswalde habe ich sehr viel mitgenommen. In meinen beiden Studiengängen, die ja beide doch sehr unterschiedlich sind, habe ich Einblicke in sehr unterschiedliche Themenbereiche erhalten. Angefangen bei der Landwirtschaft über Naturschutz und Regionalentwicklung bis hin zu Themen wie Tourismus, Destinations- und Fördermittelmanagement. Die Verbindung all dieser Themenbereiche sind eine sehr gute Basis für meine heutige Arbeit im Nationalpark.


An welches Ereignis aus deiner Studienzeit erinnerst du dich gerne?

Es gibt eine Vielzahl an prägenden Ereignissen aus der Studienzeit, aber eines blieb mir besonders im Kopf. Im Masterstudiengang hatten wir ein Modul Projektarbeit und ganzheitliche Projektgestaltung“, in dem wir uns als Gruppen ein selbstgewähltes Thema erarbeiteten und daran zugleich das Projektmanagement üben sollten. Zusammen mit vier sehr lieben Kommiliton*innen beschäftigte ich mich mit Industriebrachen in Ebersbach-Neugersdorf. Es war eine sehr tolle Erfahrung, die uns alle sehr zusammengeschweißt hat. Noch heute haben wir alle einen sehr engen Kontakt.


Vielen Dank für das Gespräch!


Feuchtgebiet an den Stolper Fischteichen, Die "Nationalparkgemeinde" Stolpe, Polderwildnis bei Stolpe (Fotos: Volker Tubandt)


Übrigens…

Der Nationalpark Unteres Odertal ist der einzige Flussauen-Nationalpark in der Bundesrepublik Deutschland. Das Gebiet liegt größtenteils in der Uckermark, eine kleine Teilfläche gehört aber auch zum Landkreis Barnim. Hier sind viele seltene und geschützte Tiere und Pflanzen zu Hause, wie der Fischotter, die Trauerseeschwalbe, die Rohrdommel und der Wachtelkönig. Die Landschaft ist geprägt von sogenannten Poldern, welche im 20. Jahrhundert für den Hochwasserschutz errichtet wurden. Im Nationalpark gibt es viele Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren, Kanufahren und auch Angebote für Kremserfahrten. Vielleicht ein interessantes Ziel für die nächste Exkursion?


In der Rubrik „Was macht eigentlich ...?“ erzählen unsere Alumni aus ihrer Zeit nach dem Studium.