Workshoppen im Familiengarten - Wie wir Partizipation in unserer Projektarbeit ermöglichen


Ein Gastbeitrag von Elena Schick

„Alle mitnehmen“ - wenn man den Master Regionalentwicklung und Naturschutz studiert, kommt man nicht darum herum, sich fast tagtäglich mit diesen Worten auseinander zu setzten: Spricht man über Akteure*innen, über das Gelingen von Projekten oder auch die Regionalentwicklung an sich, wird schnell klar, dass der Slogan „Alle mitnehmen“ keine reine Theorie ist, wenn es darum geht, neue Projekte ins Leben zu rufen oder Bestehendes zu überdenken.

Das haben wir, Anika, Ruth, Elena, Jule, Miriam und Viola, uns sehr zu Herzen genommen, als wir uns mit der Ausarbeitung eines Vorschlages für ein neues Bildungskonzept für den Familiengarten, welches später vom Alnus e.V. umgesetzt werden soll, befasst haben. (Hintergrundinformationen zum Projekt findet ihr in diesem Blogbeitrag). Heute möchten wir euch über unsere Erfahrungen hierzu berichten!


Fragen über Fragen

Ein bestehender, ortsansässiger Verein und die Stadt Eberswalde wollen zusammen in Kooperation Umweltbildung / Bildung für nachhaltige Entwicklung anbieten. Was braucht man eigentlich dafür? Welches Konzept ist passend? Welche Form von Bildung und Angeboten wird gewünscht, von den Schulen, von Umweltbildner*innen und auch vom Familiengarten? Was können Themen im neuen „Weltgarten“ (unser Name für die Fläche, auf der das neue Konzept umgesetzt werden soll) werden? Und mit welchen Hilfsmitteln können diese für Kinder aufbereitet werden? Fragen über Fragen stellten wir uns und beschlossen: Wer kann diese nicht besser beantworten, als die Akteure*innen, die in Zukunft tatsächlich in der Kooperation tätig sein werden?


Antworten über Antworten

Und so luden wir die beteiligten Akteure*innen ein. Am 18.11.19 trafen wir uns am Ort des zukünftigen Geschehens, im Familiengarten. Mitarbeitende der Stadt Eberswalde, insbesondere des Familiengartens, des Stadtmarketings, Mitglieder des Alnus e.V. und auch ein Lehrer folgten unserer Einladung. Wir hatten uns verschiedene Methoden ausgedacht und waren gespannt, wie die Teilnehmer*innen reagieren würden. Besonders, da wir gleich zu Anfang zu einem „Ausflug“ auf die Fläche des Geschehens einluden, zu der wir alle in den sogenannten Dinocars fuhren. Aber auch das Kennenlernen der Teilnehmer*innen untereinander, so wie der zur Diskussion stehenden Fläche, konnte hiermit gut anvisiert werden und war nebenbei auch noch sehr spaßig! Zur kreativen Einstimmung hatten wir eine "Traumreise" geschrieben - die vorgelesene Vision der Zukunft, sollte die Teilnehmenden in ihrer Phantasie beflügeln.


Zuhören und selber denken

Doch das Ziel des Workshops war natürlich mehr als das reine Kennenlernen. Deswegen gab es, zurück im Seminarraum, gestärkt nach Kuchen und Kaffee (Methode: Pause ;)), erst einmal einen kleinen inhaltlichen Input von uns. Und danach durften die Teilnehmer*innen selber aktiv werden.

Auf die Fragen: Wie würdet ihr nun auf der kennengelernten Fläche eine Umweltbildungseinheit konzipieren? Was könnten Themengebiete sein, was könnten Ziele und Methoden sein? Und welche Infrastruktur bräuchte man dafür im Weltgarten? Fanden sich 4 Gruppen zusammen, welche sehr diverse und anschauliche Ergebnisse erarbeiten. Hier wurden Ideen zu den Themen erneuerbare Energien, nachhaltige Stadtentwicklung, Pflanzen der Zukunft oder das Leben im Finowkanal zusammengetragen und im Gallery Walk präsentiert. Wir wechselten methodisch also zwischen zuhören, selber denken und präsentieren in Klein- und Großgruppe, so bleibt das Thema besser im Kopf.


Auf Worte Taten folgen lassen

Am Ende haben dann noch alle Teilnehmer*innen zusammen auf einer großen Karte („Wall of Gadgets“) überlegt, was sie zur Umsetzung ihrer Ideen im Weltgarten brauchen könnten und welche Infrastruktur generell von großem Nutzen wäre, um im Familiengarten zukünftig Umweltbildung anzubieten. Wir glauben, dass unser Workshop dahingehend ein Erfolg war, dass wir unsere Ziele, die wir uns vorher gesetzt haben, gut erreichen konnten. Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass aus der Summe vieler Personen eine Vielzahl an toller und diverser Ideen entstehen kann, die nur darauf warten, nun in die Tat umgesetzt zu werden.


Ackerdemisches Fazit

Wenn wir nun zurückblicken, können wir sagen, dass es nicht immer einfach war, verschiedene Akteure "mitzunehmen". Eine gute Planung ist das A & O eines gelungenen Workshops. Dafür haben wir viel gelernt und auch für uns Dinge notiert, die wir im nächsten Workshop anders machen würden.So ist die richtige Methodenwahl genauso wichtig, wie die richtige Ansprache der Teilnehmer*innen im Workshop. Man sollte darauf achten, von Anfang an alle auf einen gemeinsamen Stand zu bringen und klar darzustellen, was in dem Workshop auf die Teilnehmer*innen zukommt.


Dinocar und Catering

Eine Visualisierung kann hierfür sehr hilfreich sein, wie auch für das Festhalten von Zwischen-Ergebnissen. Das Arbeitsklima sollte der Situation angepasst sein und auch Möglichkeiten für den Austausch der Teilnehmer*innen untereinander bieten. Hierfür sind Kaffee und Kuchen ein echter Eisbrecher. Und wenn wir schon von Eisbrecher sprechen - das spaßige Hilfsmittel „Dinocar“ kann - im richtigen Umfeld eingesetzt - ein echtes Highlight sein: Wer also die Möglichkeit hat, sollte unbedingt auf ein paar Tretautos zurückgreifen!


Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden des Workshops für ihre aktive Mitarbeit. Besonders bedanken wir uns bei Frau Affeldt, der Leiterin des Familiengartens, die diesen Tag so tatkräftig unterstützt und uns alle (Frei)-Räume gelassen hat ‑ sogar die Verwendung der bereits eingewinterten Dinocars.


Ein Highlight haben wir hier noch, denn Projektarbeit heißt auch Raum zum Ausprobieren: Unsere Zusammenfassung des Workshops als Grafik Recording-Protokoll, gezeichnet von Juliane Adler.