Die Arbeit von Schutzgebietsbetreuer*innen kennen lernen

Ein Beitrag von Friederike Schumann und Martin Lorenz

Ein Wochenende lang waren wir in Schutzgebieten Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins unterwegs, um die Arbeit der Schutzgebietsbetreuer*innen vor Ort kennen zu lernen.

Gemeinsam mit Frau Prof. Dr.Luthardt, Run Absolventin Laura Danzeisen, Manfred Lütkepohl und Betina Post von der Naturwacht Brandenburg begeben wir uns, 15 Studis der Studiengänge LANU und IFEM, im Modul Vertiefungsrichtung Schutzgebietsbetreuung, auf die Reise.


1. Halt: Naturpark Westhavelland


Nach einem herzlichem Empfang vom Frauen-Team der Naturwacht, lauschen wir bei Kaffee und Keksen einem Vortrag über den Naturpark. Dann geht‘s raus ins Gelände. Zunächst zum Gülper See, einem beliebten Rastgebiet allerlei Zugvögel. Während der Mittagspause mit Seeblick erspähen wir den einen oder anderen Seeadler. Bei strahlend blauem Himmel und Sonne satt erkunden wir die wunderschöne Natur, werden über Monitoring-Aufgaben der Naturwacht informiert und stapfen durch den Artenreichtum einer mageren Flachland-Mähwiese. Neben Feldlerchenrufen ertönen hier und da ein Niesen und Schnauben der Heuschnupfler. Die erste Nacht verbringen wir einer Jugendherberge in Schwerin, und nach einem grandiosem selbstorganisierten Grillabend, der trotz unwetterartigen Regenschwällen nicht ausfiel, hüpfen alle hundemüde ins Bett.



Am nächsten Tag besuchen wir zunächst den Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. in der Nähe von Lübeck. Auf deren idyllisch gelegenem Hof erfahren wir über die Entstehungsgeschichte des Vereins: Ein Trupp junger Leute hatte sich bereits in den 1970ern zum Ziel gesetzt die Natur am Traveufer vor dem geplanten Bau eines Gewerbegebietes zu schützen und gründete kurzum den Verein. Bei nun wieder sonnigem Wetter wandern wir durch das besagte Naturschutzgebiet:  wunderschön gelegen, direkt an der Traver Förde. An steilen Hängen, die von den hier typischen „Knicks“ umsäumt sind, beweiden die Landschaftspfleger*innen Schaf und Ziege die Trockenrasen. Sie beobachten uns neugierig, während wir die Trockenrasen inspizieren und nach Wasservögeln Ausschau halten - tatsächlich können wir einen Rothalstaucher bestaunen. Wir lernen, was es wirklich heißt Schutzgebiete zu betreuen, als wir über die alltäglichen Aufgaben des Vereins, Öffentlichkeitsarbeit und politische Hürden informiert werden.



Am Nachmittag besuchen wir die Integrierte Station Uhlenkolk bei Mölln. Deren Aufgabe ist vor allem die Vernetzung in der Region und Umsetzung von Managementplänen für Natura 2000-Gebiete, sowie praktischer Arten- und Biotopschutz. Nach einer Führung durch den Wildpark, besichtigen wir einen mitten im Wald gelegen Borstgrasrasen. Geplante Pflegemaßnahmen mit Schafen, wolfsichere Zäune und der bürokratische Aufwand werden thematisiert.  


Am letzten Tag vollenden wir die Exkursion mit dem Besuch der Biosphärenreservate Schaalsee und der Flusslandschaft Elbe. Im Informationszentrum des Biosphärenreservates Schaalsee in Zarrentin, werden wir über die  Arbeit der Ranger*innen und die Organisationsstruktur informiert. Nach kurzer Mittagspause und Fischbrötchen geht’s weiter nach Boizenburg an die Elbe. Insbesondere Monitoring-Programme stehen auf dem Programm: Während einer Führung über die Polder der Elbe führen wir mit einem Ranger die sogenannte Linienkartierung zur Erfassung von Brutvögeln durch. Vorbei geht’s an neugierigen Wasserbüffeln, welche die Wiesen offen halten, zurück zu den Autos.

Erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken und Ideen, was einen in diesem Berufsfeld erwarten kann, treten wir den Heimweg nach Eberswalde an.