Ab auf die Arche // Forschungsreise mit RUNerin Friederike Stöckmann

Aktualisiert: 10. Juli 2019

Ein Beitrag von Friederike Stöckmann

photo credits ebenfalls Friedrike Stöckmann

„Raus aufs Land und ab auf die Arche“, hieß es an einem Junisonntag. In dem kleinen Dorf Sammatz in Niedersachsen im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue wurde auf dem Michaelshof der 8. Arche-Tag der Arche-Region Flusslandschaft Elbe von zahlreichen Besucher*innen gefeiert. Ganz leise fiel dabei auch zusammen mit Prof. Dr. Uta Steinhardt,

Dr. Christina Bantle und Praxispartner Holger Belz als Leiter des Archezentrums Amt Neuhaus der offizielle Startschuss für meine RUN Masterarbeit.


„Was ist eine Arche-Region?“ fragte Piggeldy

„Nichts leichter als das. Kommt mit“, sagte Friederike. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) e.V. baut seit 1995 eine Arche. In meiner Masterarbeit würde ich jetzt von On-farm-Bewirtschaftung und Agrobiodiversität sprechen. Aber Piggeldy würde ich nun erzählen, dass dort verschiedene alte Schweine-, Schaf-, Ziegen-, Rinder-, Geflügel- und Pferderassen gehalten werden. Rassen, die als unwirtschaftlich gelten und den Hochleistungsrassen in der Massentierhaltung Platz machen mussten. Dabei sind alte Rassen vor allem ein wertvolles Kulturgut und ein Genpool für zukünftige Züchtungen. Wer mehrere Nutztierrassen wie z.B. das Angler Sattelschwein, das Leineschaf und die Thüringer Waldziege hält, kann sich durch die GEH zertifizieren lassen. In der Arche-Region Flusslandschaft Elbe haben sich in einem großen geografischen Raum um die 30 Betriebe und 100 Halter*innen dazu entschieden, diese bunte Vielfalt zu erhalten und Arche-Höfe zu gründen.


Eieiei, was seh ich da...

Auf dem vielfältigen Gelände des Michaelshof gab es dieses Jahr über 30 Verkaufs- und Informationsstände von Akteur*innen der Region. Zwischen Veggie-Schafsfellen, Protestschweinbratwürsten, Ziegenkäse, kühlendem Eis, Keramikkunst, Spinnrädern und spannenden Vorträgen wird schnell klar: Hier wird Kulturgut gelebt. So ist es im neuen Logo und Slogan der Arche-Region verankert. Und in den Köpfen der Besucher*innen?


Masterarbeit, wo andere Urlaub machen

Wissenschafts-Fact incoming: Studien zeigen, dass es an Aufmerksamkeit und Erlebbarkeit für Agrobiodiversität und gefährdete Haustierrassen fehlt. Mein Forschungsauftrag war somit klar und die perfekte Verbindung von ÖAM, RUN mit BNE-Vertiefung und Nachhaltiges Tourismusmanagement. In meiner Masterarbeit konzipiere ich touristische Routen in der Arche-Region, damit Besucher*innen alte Haustierrassen besser erleben können. Was abstrakt klingt, kann der heimliche Star des Tages vielleicht noch besser erklären ...


Der Bulle von Sammatz

Tölz war gestern, der richtige Blockbuster spielt woanders. Davon hat Malte Behr vom Michaelshof bei seiner Hofführung überzeugt. Bulle Toni, Angler Rind der alten Zuchtrichtung, ist leidenschaftlicher Kindergärtner von Beruf. Er kümmert sich auf der Weide liebevoll um seine Kälber. Und wenn ihm doch mal langweilig ist? Dann nimmt er sich auch gerne mal einen Heuballen und geht seinem Nebenberuf als Profifußballer nach.

Ohne zu gefragt zu werden, hat Malte Behr bei der Führung über den Michaelshof bereits Inhalte für meine Masterarbeit geliefert: Eine Geschichte. Dort nenne ich es Storytelling und möchte es als Methode einsetzen. So sollen meine Ergebnisse dabei helfen, dass die Besucher*innen die Arche-Region besser erleben können und so für den Erhalt alter Haustierrassen sensibilisiert werden.



Doch was genau bei meiner Masterarbeit am Ende für Ergebnisse herauskommen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Denn ich stecke noch mittendrin in der Datengewinnung. Aber eins ist sicher: Ich bleibe alten Haustierrassen auf der Spur und ein Beitrag mit meinen Forschungsergebnissen folgt.