Auf den Spuren von Obst und Wein

Aktualisiert: Juni 3

Lange war ungewiss, ob oder in welcher Form das Modul Obst- und Weinbau mit Prof. a.D. Dr. Hans-Peter Piorr in diesem Sommersemester stattfinden kann. Am Ende standen den Studierenden zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Variante eins fand in der ursprünglich dafür vorgesehenen Blockwoche vom 17. bis 21. Mai statt und umfasste drei Tage Onlinelehre. Den Höhepunkt der Blockwoche bildete eine ganztägige Exkursion in den Potsdamer Raum, von der hier berichtet wird.


#Erster Stop Florahof

Bis an den Rand gefüllt mit neuem Wissen aus den drei Tagen Onlinelehre fuhren wir am 20. Mai um 7:25 Uhr von Eberswalde zum Florahof, dem ersten Etappenziel des Tages. Neben etlichen Gemüsesorten, Hühnern und Ponys, gab es hier auch eine lange Reihe Obstbäume zu sehen. Einem nach dem anderen wurden wir bekannt gemacht. Neben den üblichen Verdächtigen – Apfel, Birne, Kirsche, Quitte - gab es auch Exoten, wie beispielsweise einen Kakibaum zu sehen. In voller Blüte standen sie da – vor dem strahlend blauen Himmel ein tolles Bild – während der Betriebsleiter Marcus Schüler uns herumführte und von allgemeinen wie persönlichen Erfahrungen im Obstbau berichtete.

Foto Credits: Annalena Schreib


#Zweiter Stop Phöbener Wachtelberg

Vier Stunden später und rund 16 Kilometer weiter wartete dann der gelernte Winzer Philipp Galle vor seinem Weinhang am Phöbener Wachtelberg auf uns. Obwohl es immer etwas schwierig ist, in BigBlueButton schöne Zeichnungen anzufertigen, erkannten wir die gemalten Drahthilfen aus den Vorlesungen, an denen sich später die Weinreben entlang hangeln sollen, schon von Weitem wieder.

Spannend war auch, dass Philipp Galle bei den Reben im unteren Bereich des Hanges, wo sich die kalte Luft bei Frösten am längsten hält, zwei, statt wie üblich nur einen Trieb stehen gelassen hatte. Damit verringert sich das Risiko eines Ernteausfalls durch Spätfröste. Sollte der untere Trieb abfrieren, wird der senkrecht nach oben wachsende (die 50 cm Höhenunterschied können bei der Lufttemperatur eine Menge ausmachen) heruntergebogen und damit als neue Basis für die Triebbildung genutzt werden. Überlebt der untere Trieb jedoch, wird der Ersatz abgeschnitten sobald keine Frostgefahr mehr besteht.

Foto Credits: Annalena Schreib


#Zum Abschluss eine Weinprobe

Obwohl die Weine noch nicht verkaufsfertig waren, durften wir schon probieren. Die erste Probe, ein fruchtig frischer Souvignier mit leichter Pfirsich-Ananas Note, der auf der Zunge prickelte, erfreute sich großer Beliebtheit. Und das, obwohl die Gärung noch gar nicht ganz abgeschlossen war, wie an der leicht trüben Färbung erkennbar.

Die zweite Probe war dagegen schon klarer, deutlich mehr Zucker bereits durch Gärprozesse abgebaut und daher nicht mehr so süß, eher trocken.

Nach weiteren spannenden Erzählungen aus seinen anderen Weinbergen bei Dresden und Rüdersdorf und dem Angebot, gerne noch einmal später im Jahr vorbeizukommen, um etwa die Ernte mitzuerleben oder einmal Weinkeller und -lager zu besuchen, verabschiedeten wir uns dankbar für den spannenden Tag.

Ein großer Dank geht auch an Herrn Piorr, der trotz erschwerter Umstände alles dafür getan hat, dass dieser Tag überhaupt erst möglich war.


Im Juli ist als Variante 2 für alle Modulteilnehmer*innen, die in der Blockwoche nicht dabei waren, eine mehrtägige Exkursion ins Saale-Unstrut-Gebiet geplant.









Foto Credits: Annalena Schreib