Von Bottom up & top down Prozessen - die 15. Sustainability Lecture an der HNEE

Aktualisiert: 4. Juni 2019


© HNEE // Johanna Köhle

Die Eberswalder Sustainability Lecture wurde im Jahr 2012 von der HNEE ins Leben gerufen. Die Veranstaltungsreihe steht dabei unter der Schirmherrschaft des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke. Im Umfeld einer besonderen Hochschule mit einzigartigem sowie zukunftsweisendem Profil soll sie Denkraum für die Erörterung aktueller Fragen der nachhaltigen Entwicklung und Gelegenheit zur persönlichen Vernetzung schaffen. Das Format richtet sich an Studierende, Förderinnen und Förderer sowie Stipendiengeber*innen, Kolleginnen und Kollegen der Hochschule und ermöglicht ihnen den persönlichen Austausch mit Entscheider*innen, Multiplikator*innen sowie Fach- und Führungskräften von heute und morgen. Dabei regen prominente Referent*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit einem inspirierenden Vortrag zu einem aktuellen gesellschaftspolitischen Thema die Diskussion an, bevor anschließend und in exklusivem Rahmen die Gelegenheit zum Gedankenaustausch besteht. Im Rahmen der SusLec konnte die HNEE bereits unter anderemJürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe zum Thema Autorepublik Deutschland oder wer regiert dieses Land?, Bundesministerin Dr. Hendricks zum Thema 25 Jahre gelebte Nachhaltigkeit, Bundesministerin Prof. Dr. Wanka zum Thema Nachhaltigkeit in der Forschung: Wandel durch Förderung & Prof. Succow zum Thema: Kapitalstock Natur - was haben wir davon? begrüßen.


#15SusLec

Im Rahmen der 15. Sustainability Lecture an der HNEE, am 16. Mai 2019, durfte das Publikum einem Vortrag zum Thema „Nachhaltigkeit – zwischen Alleinstellungsmerkmal und Breitenwirkung? - Eine Perspektive der Leuphana Universität“ lauschen. Dieser wurde von Prof. Dr. Henrik von Wehrden, Dekan der Fakultät Nachhaltigkeit an der Leuphana in Lüneburg, Professor für Quantitative Methoden der Nachhaltigkeitswissenschaft gehalten. Und so lang wie sein Titel war auch der Vortrag, was aber völlig okay war. Denn es ergaben sich dabei viele interessante Einblicke und im Anschluss eine spannende Diskussion!


#servicetweet

Die Leuphana Universität und unsere HNEE sind in der deutschen Hochschullandschaft Vorreiter in dem Themenfeld Nachhaltigkeit. Zurzeit bauen sie in Kooperation und im Rahmen des Programms FH-Zukunft-BB ein gemeinsames Graduiertenkolleg zum Thema „Prozessgestaltung für die Umsetzung einer biodiversitätserhaltenden Landnutzung – Fokus Biosphärenreservate“ auf.

Aber nun zum Vortrag. Die Veranstaltung wurde durch eine kurze Rede von Hochschulpräsident Prof. Dr. Wilhelm-Günther Vahrson eröffnet. Im anschließenden Vortrag ging es dann um das nachhaltige Profil der Leuphana Universität, speziell an der Fakultät für Nachhaltigkeit, auch in Bezug auf die Struktur der Lehre, Forschung, Bewerber*innenzahlen und Kooperationsprojekte, sowie die unterschiedlichen Schwerpunkte der Leuphana und ihr Weg dorthin!


#InterdisziplinärStudieren

An der Leuphana verteilen sich 9.000 Studierende auf 4 Fakultäten (Nachhaltigkeit, Bildung, Kulturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften). Die Universität zeichnet sich dabei durch ein neu­artiges, viel­fach aus­ge­zeich­ne­tes Stu­di­en- und Uni­ver­sitäts­mo­dell aus, in dem sie unter anderem ihre Studierenden im Sin­ne ei­ner brei­ten Bil­dungs­idee dazu ermutigt, auch Per­spek­ti­ven über Fach­gren­zen hin­aus zu ge­win­nen. ,,Stu­die­ren­de ler­nen, Theo­ri­en an­hand prak­ti­scher Er­fah­run­gen und ge­sell­schaft­li­cher Her­aus­for­de­run­gen sys­te­ma­tisch zu re­flek­tie­ren, ihre Ur­teilsfähig­keit im Dia­log mit Sicht­wei­sen ver­schie­de­ner Men­schen und ih­rer Hin­ter­gründe zu ent­wi­ckeln, so­wie die Be­deu­tung von Wis­sen und Er­kennt­nis­sen vor dem Hin­ter­grund un­ter­schied­li­cher Kon­tex­te zum Ende ih­res Stu­di­ums zu prüfen. Im Sin­ne die­ser Bil­dungs­idee er­mu­ti­gen Stu­di­um und Leh­re an der Leu­pha­na zur Frei­heit für eine kon­ti­nu­ier­li­che, persönli­che Bil­dung im Sin­ne le­bens­lan­gen Ler­nens und zur Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung für sich und für an­de­re.‘‘ Quelle: www.leuphana.de)


Partizipative Strategie

Das hört sich alles erst einmal danach an, als könnte ich das Thema auch ganz einfach im Internet, genauer auf der Webseite der Leuphana recherchieren, statt mich in einen Vortag darüber zu setzen. Doch Einige wissen es vielleicht nicht, die HNEE befindet sich seit März 2019 in einem partizipativen Strategieprozess, in welchem sie sich besonders mit den Zukunftsthemen Digitalisierung und Governance auseinandersetzt und geeignete Steuerungsstrukturen entwickeln möchte. In diesem partizipativen Strategieprozess wird versucht, eine neue Hochschul-Governance - bottom up, gekoppelt mit einem top down prozess – anzuschieben, um den Strategieprozess noch partizipativer zu gestalten. Die Leuphana ist dabei ein gutes Vorbild.


Bottom up, top down?

Das heißt nichts anderes, als zum Einsatz kommende und entgegengesetzte Wirkrichtungen im Planungs-,Umsetzungs- und Entscheidungsprozesse des Strategieprozesses der HNEE zu nutzen. (Entscheidungen von Oben (top down -Hochschulleitung) nach unten (verantwortliche Mitarbeiter *innen in den Fachbereichen) und umgekehrt - bottom-Up).


Es ist ein Prozess

In der anschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Prof. Dr. Heike Walk (Fachbereich für Wald und Umwelt, Vizepräsidentin für Studium und Lehre) hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen an Prof. Dr. Henrik von Wehrden zu stellen. Prof. Dr. Heike Walk leitete diese mit einer Frage ein, darüber wie die HNEE ihren eignen Strategieprozess erfolgreich weiterführen kann. Ein wichtiger Punkt besteht dabei im kollektiven Charakter eines Strategieprozesses, so war es bei den Veränderungen an der Leuphana. Laut Prof. Dr. Henrik von Wehrden ist es nun mal so, dass Veränderungen nicht immer zu 100% von allen gewollt sind. Der ganze Prozess ist ein Kompromiss. Und es ist eben so, dass bei Entwicklungsschritten vielleicht Leute auch mal über ihren Schatten springen müssen. Häufig führt auch mangelndes Wissen zu Konflikten oder einer Anti-Haltung. Die größte Herausforderung besteht aus seiner Sicht darin, einen Weg zu finden, allen Beteiligten zu erklären, wie die Dinge zusammenhängen. Wenn einige nur Teilaspekte kennen, führt das zu Problemen, ganz nach dem Motto: ,,Okay, das sehe ich anders, aber ich verstehe warum das so und so gemacht wird.‘‘ Es waren an der Leuphana nicht alle, sondern immer nur bestimmte Leute, die den Prozess vorangetrieben haben.


#AckerdemischesFazit

Der Vortrag bezog sich zwar auf den Weg und die Erfahrungen des Leuphana Strategieprozesses, bot aber viele Impulse und Ideen für die HNEE. So konnten Wege aufgezeigt werden, wie die HNEE im Rahmen ihres eigenen Strategieprozesses und damit dem Nachhaltigkeitsprofil und dem weiteren Entwicklungspfad weitergehen kann.

Ausklang fand die Veranstaltung übrigens bei einem leckeren Buffet, bei dem sich die (Wissens-) Hungrigen mit allen Anwesenden zum Thema des Vortrages austauschen konnten.

Eine Übersicht zu vergangenen SusLectures findet ihr hier.