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30 Jahre FB 2 - 30 Gesichter: Was macht unseren Fachbereich aus? (Teil 5: Praxispartner*innen)

Unser Fachbereich wird 30 Jahre alt, juhuu! Zu diesem Anlass haben wir 30 Interviews geführt. Studierende, Lehrende, Mitarbeitende, Praxispartner*innen und Alumni kommen zu Wort. Sie verraten uns, was den Fachbereich so besonders macht und stellen uns ihre Lieblingsthemen vor. Im letzten Beitrag dieser Reihe sprechen wir mit 6 Praxispartner*innen.

6 Praxispartner*innen, 6 Persönlichkeiten & Lieblingsthemen: Grit Krömer (LAG Märkische Seen e.V.), Florian Profitlich (Gutshof Kraatz), Sebastian Dijks (Bosch & Partner), Caroline Huber (Globus Naturkost), Carmen Becker und Jan Sommer (Waldpferdehof), Katharina Rottmann (endorphina Bio-Backkunst )(Fotos: Grit Krömer; Gutshof Kraatz, Florian Profitlich; Sebastian Dijks; Caroline Huber; Waldpferdehof; Katharina Rottmann)

 

Grit Krömer

Portrait Grit Krömer (Foto: Grit Krömer)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Grit Körmer und ich bin geborene Brandenburgerin. Seit 13 Jahren habe ich die große Freude, für die LEADER-Aktionsgruppe in der ländlichen Entwicklung tätig zu sein. Nebenher engagiere ich mich für den Aufbau der Dorfbewegung Brandenburg und bin in den Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung des BMEL berufen worden.


Was ist Ihr Lieblingsthema am FB2? Warum ist das Thema so bedeutend für FB2?

Ich schätze die grundsätzliche inhaltliche Ausgewogenheit des FB2 sehr. Viele hier ausgebildete Studierende treffen wir inzwischen im LEADER-Arbeitsumfeld als kluge und engagierte Mitarbeiter*innen. Mich persönlich hat die Einladung zur Mitgestaltung des Studiengangs Bildung-Nachhaltigkeit-Transformation (BNT) sehr motiviert und in meiner eigenen Auseinandersetzung mit Transformationsthemen herausgefordert. Wenn es uns nicht gelingt, BNE-Projekte so zu gestalten, dass sie an konkreten Prozessen und Veränderungsbedarfen innerhalb einer Region andocken, diese fachlich bereichern und qualifizieren, verlieren sie an Wirkungskraft.


Was macht Sie zum Praxispartner vom LaNu? Warum passen Sie gut rein?

Ich bin Prof. Dr. Horst Luley und Prof. Dr. Katja Arzt sehr zu Dank verpflichtet, dass sie mir die Möglichkeit geboten haben, mich fachlich intensiver mit meinem alltäglichen praktischen Handeln auseinanderzusetzen. Und es ist sicherlich eine interessante Bereicherung für die Studierenden, das Erlernte im Arbeitsalltag einer Regionalmanagerin widergespiegelt zu sehen. Der Austausch mit Dozent*innen und Studierenden ist gelebte Kooperation, von der alle profitieren.


 

Florian Profitlich

Florian Profitlich (rechts) vom Gutshof Kraatz (Foto: Gutshof Kraatz, Florian Profitlich)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Florian Profitlich. Wir vom Gutshof Kraatz nutzen und pflegen regionale Streuobstbestände und produziert daraus Weine, Säfte, Destillate und Essig.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz? Warum ist das Thema so bedeutend?


Eine neue Verwendung für den „Gestreiften Kardinal“

Obwohl die Uckermark traditionell nie eine Apfelwein-Region war, ist sie doch erstaunlich reich an alten Obstbäumen, die nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft ungenutzt stehen blieben. Die Sorten stammen aus Zeiten, in denen aromatische Qualitäten noch deutlich höher geschätzt wurden als die äußere Erscheinung des Obstes. Entlang von Feldwegen und Nebenstraßen finden wir noch so manch eine historische Rarität, die sich nie als Tafelobst eignete, aber ganz vorzüglich für unterschiedliche Formen der Verarbeitung genutzt werden kann – bittere Zufallssämlinge zum Beispiel, oder kleine Mostbirnsämlinge. Diese abgelegenen Bäume suchen wir und arbeiten gezielt daran, sie zu pflegen und zu schützen und leisten damit unseren Beitrag sowohl zum Erhalt des Kulturgutes „Alte Obstsorten“, als auch zur ökologischen Vielfalt in der Kulturlandschaft.

Die menschlichen Lebens- und Essgewohnheiten haben sich stark verändert und immer weniger Menschen bewirtschaften noch eigene Obstgärten, sodass viele alte, aromatisch herausragende Sorten nach und nach verschwinden. Nur wenn wir neue, heutige Nutzungsmöglichkeiten entwickeln, können wir einen langfristigen Erhalt der Sortenvielfalt ermöglichen.


Durch die Verwendung der traditionellen Obstsorten in unserer Produktion bieten wir einen Anreiz, alte Baumbestände zu pflegen. Durch neue Anpflanzungen alter Sorten können wir helfen, die regionale Vielfalt für kommende Generationen zu bewahren. Dafür Kooperieren wir mit dem Naturpark Uckermärkische Seen, der bereits 1995 ein Projekt für den Erhalt der regionalen Apfelsorten begann und jährlich junge Bäume historischer Apfelsorten in der Region an Partner abgibt.


Was macht Sie zum Praxispartner? Warum passen Sie gut zur HNEE?

Weil wir viele Fragen haben, die wir als Kleinbetrieb allein nicht bearbeiten können und weil wir denken, dass das Thema Streuobst als Elemente der Kulturlandschaft gut zur HNEE passt.


 

Sebastian Dijks

Portrait Sebastian Dijks (Foto: Sebastian Dijks)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Sebastian Dijks. Ich bin Geograph und arbeite seit über 10 Jahren in der Umweltplanung, -forschung und -beratung bei Bosch & Partner in Berlin. Mein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Umsetzung einer umwelt- und naturverträglichen Energiewende, insbesondere im Bereich der Windenergienutzung.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz? Warum ist das Thema so bedeutend?

Mir ist sehr daran gelegen, Natur-, Landschafts- und Klimaschutz zusammen zu denken und bestmöglich in Einklang zu bringen. Dabei ist es mir wichtig, sowohl die Klima- als auch die Biodiversitätskrise in den Blick zu nehmen.

Ich ermittle und untersuche Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen unter besonderer Berücksichtigung von Belangen des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes. Ich bin davon überzeugt, dass mehr Ressourcen in den Naturschutz gesteckt werden sollten. Gleichzeitig gilt es, die Instrumentalisierung des Naturschutzes aufzudecken, wenn sich aufgrund persönlicher Vorbehalte gegen bestimmte Infrastrukturprojekte Widerstand formiert.

Lösungsorientiertes Arbeiten motiviert mich in besonderem Maße. Teilweise bieten sich technische Hilfsmittel wie geographischen Informationssysteme oder Methoden der Geofernerkundung an, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Teilweise ließen sich Konflikte meiner Auffassung nach ganz einfach lösen, indem der Mensch zurücktritt und die Natur sich selbst überlässt.


Was macht Sie zum Praxispartner? Warum passen Sie gut zur HNEE?

Nachhaltige Entwicklung hat mich schon in der Schule und im Studium gepackt. Ich war an der Organisation mehrerer Studierendenkonferenzen unter dem Slogan „Generation Nachhaltigkeit“ an der Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt. Da waren immer engagierte Leute aus Eberswalde dabei, die spannende Themen und Ansätze der HNEE im Gepäck hatten.

Auf der Arbeitsebene besteht schon sehr lange Kontakt zu Prof. Dr. Jürgen Peters. Insbesondere im Themenkomplex erneuerbare Energie und Landschaftsbild gibt es vielfältige Verbindungen. Einige Absolvent*innen der HNEE arbeiten in unserem Team, wir reichen gemeinsam Projektanträge ein und betreuen Abschlussarbeiten. Einmal im Jahr stellen wir in der Vorlesung „Raumbezogene Planungs- und Umweltprüfverfahren“ (im Masterstudiengang Nachhaltige Regionalentwicklung) aktuelle Projekte von uns vor.

 

Caroline Huber

Caroline Huber (Foto: Caroline Huber)

Wer bist du? Was machst du?

Ich bin Caro, komme ursprünglich aus dem Schwarzwald, lebe aber seit fast 3 Jahren auf Grund meines Studiums in Eberswalde. Aktuell bin ich zudem bei Globus Naturkost für das Marketing verantwortlich. Privat bin ich gern in der Natur unterwegs, wobei ein Schokoriegel und Bio-Seifenblasen immer im Gepäck sind.


Was ist dein Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz? Warum ist das Thema so bedeutend?

Durch meine Arbeit im Laden wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, funktionierende Ernährungskonzepte für die Zukunft zu entwickeln. Die Klimakrise hat schon einen riesigen Einfluss auf unsere Landwirtschaft, daher finde ich Ansätze wie den regionalen Anbau von Kichererbsen oder Lupinen besonders spannend.


Was macht Globus zum Praxispartner? Warum passt Globus gut zur HNEE?

Heidi und Torsten haben den Laden 1998 zu einer Zeit, als sie selbst noch LANU-Studierende waren, übernommen. Globus ist durch die direkte Nachbarschaft und zahlreiche Kooperationen schon lange mit der HNEE verbunden. Sei es bei einem Catering für verschiedene Veranstaltungen oder als Ansprech- und Kooperationspartner für Studienarbeiten oder ein Praxissemester. Den direkten Austausch zu den Studierenden und der Hochschule schätzen wir sehr!


 

Waldpferdehof: Carmen Becker & Jan Sommer

Carmen Becker und Jan Sommer mit dem Cultimulcher im Anwalzen einer Kichererbsen-Saat. Mit den Rheinisch Deutschen Kaltblutpferden Henrike (links) Liane (rechts) (Foto: Waldpferdehof)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Wir sind Carmen Becker und Jan Sommer vom Waldpferdehof Müncheberg im Naturpark Märkische Schweiz.

Vor 14 Jahren haben wir den Waldpferdehof gegründet und wirtschaften auf unserem Bauernhof mittlerweile auf rund 70 ha, von Anfang an biologisch-dynamisch und mit Arbeitspferden. Wir bauen Gemüse, Getreide und Futter an.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz?

Der Praktische Einsatz von Arbeitspferden in einer modernen Landwirtschaft, in Wald und Flur bringt uns immer wieder auf das Wichtigste, was wir haben: den lebendigen Boden. Bodenschutz, der Erhalt von Lebensräumen, Wasser, das Klima, der Umgang mit Tieren; es gibt ökologische Antworten auf die vielfältigen Krisen dieser Zeit. Uns begeistern bäuerliche Ansätze und Fähigkeiten, ganz besonders die Möglichkeiten rund um die Themen Arbeitspferde und Klimalandschaften.


Warum ist das Thema so bedeutend?

Bäuerliches Erfahrungswissen und Können ist in den vergangenen Jahrzehnten durch agrarindustrielle Dominanz immer stärker unter Druck geraten. Das Motto „immer größer, schneller, und mehr“ hat zur Aufgabe von tausenden von landwirtschaftlichen Betrieben geführt.

Für die Zukunft brauchen wir aber wieder viele, vielfältige Bauernhöfe und Menschen, die sich kenntnisreich und leidenschaftlich für den Erhalt unserer wichtigsten Lebensgrundlagen täglich mit ihrer Arbeit einsetzen.


Was macht Sie zum Praxispartner? Warum passen Sie gut zur HNEE?

Als Partner der HNEE bringen wir unsere Arbeit und Erfahrungen vom Waldpferdehof in das Studienangebot mit ein. Bei uns können die Studierenden Praxisprojekte umsetzen, die Pferdearbeit im Wahlpflichtmodul „Arbeiten mit Pferden“ kennenlernen oder sich in Praktika ausprobieren.

Wir wollen junge Menschen ermutigen und unterstützen, die zukünftige Landnutzung zu gestalten: ökologischer, nachhaltiger und bunter.


 

Katharina Rottmann

endorphina Bio-Backkunst (Foto: Katharina Rottmann)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Katharina Rottmann. Ich betreibe die Bio-Bäckerei endorphina Bio-Backkunst. Wir haben eine Gläserne Backstube mit Hofcafé in Berlin-Kreuzberg und verschiedene Verkaufsstände auf Berliner Märkten.


Warum passen Sie gut zur HNEE?

Rohstoffe in Bioqualität möglichst aus dem Umland sind unsere Devise. Sauerteig und Handwerk die Zusatzstoffe! Wir sind eine Kiezbäckerei und bieten unserem Kiez, vor allem den Kindern, viel Platz und viel Aufklärung, bauen im Hochbeet verschiedene Getreidesorten an, haben Praktikumsplätze für die Schulen und Backkurse für die Kitas. Wir wollen Nachhaltigkeit vermitteln und leben!

Eberswalde ist ganz nah und trotzdem fahren die Berliner lieber nach Malle 😉 Wir wollen Verbindungen schaffen zwischen dem Menschen der Bio isst und dem, der/die Bio anbaut.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz?

Ich selbst bin seit Jahren beim NABU im Umland tätig. Die Vögel liegen mit am Herzen, was man auch in unserem Logo sehen kann.

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