Junge Forscher*innen erobern den Campus


Wer während der letzten Woche auf dem Eberswalder Hochschulcampus unterwegs war und sich fragte: Entweder werden die Ersties immer jünger oder ich immer älter ...? – an dieser Stelle Entwarnung! (Zumindest für erstere Vermutung ...). Vom 10. bis zum 12. März 2020 öffnete die HNEE in Kooperation mit der Bürgerstiftung Barnim Uckermark ihre Hörsäle für Kinder der 5. und 6. Klasse aus der Region.

Die Klassen besuchten – ganz wie die Großen – jeweils eine Vorlesung von Dozierenden und einen Workshop, in dem dann ganz praktisch mit den studentischen Betreuer*innen untersucht und geforscht werden durfte.


Von geheimnisvollen Mooren, dem Vater des Weizens, Riesenfaultieren und sprechenden Füßen – Vorlesungen für den ackerdemischen Nachwuchs

Mit Corinna Schulz, Friedrich Birr und Jenny Hammerich gingen die Schüler*innen auf Entdeckungsreise zu geheimnisvollen Mooren, dem „Lebensraum zwischen den Welten“ und Dr. Ralf Bloch nahm die Schüler*innen mit der Frage „Ist der Klee der ‚Vater des Weizens’?“ mit in die landwirtschaftliche Praxis und erklärte die Relevanz der Fruchtfolge im Ökolandbau. „Die KinderUni war für mich eine tolle Erfahrung. Das Format schult ja nicht nur die Schüler*innen sondern auch die didaktischen Fähigkeiten der Lehrenden, die ihre vertrauten Lehrinhalte mal komplett anders vermitteln müssen. Schön ist es dann, wenn das ‚didaktische Experiment’ klappt, und man mit vielen Wortmeldungen der Schüler*innen belohnt wird“, berichtet Dr. Ralf Bloch von seinen Erfahrungen.

Aber nicht nur Dozierende der HNEE versorgten die Kinder mit spannenden Themen: Wie in jedem Jahr waren Vertreter*innen von Hochschulen aus ganz Deutschland eingeladen. begeisterten die HU Berlin und die Gesellschaft für bildende Kunst mit Vorlesungen wie „Die grüne Spur des Riesenfaultiers“, „Mit Händen und Füßen sprechen – Wie geht denn das?“ oder „Hase, Feuer, Erde – oder was machen die Dinge wenn wir (nicht) da sind?“.


Biosphärenreservate und virtuelles Wasser

Nach dem Sitzen und Zuhören, hat es den einen oder die andere bestimmt in den Fingern gejuckt, selber den Laborkittel überzuwerfen und die eigenen Gehirnzellen auf Hochtouren zu bringen.

Mit dem studentischen Workshop-Team durfte rund um die verschiedensten Themen gearbeitet werden: Mal ging es draußen auf dem Campusgelände um unsere Biosphärenreservate, ein anderes Team untersuchte mit den Kindern „Unser kostbares Nass“, unser Trinkwasser. Wo ist Trinkwasser knapp? Wo nicht? Welches Wasser ist trinkbar? Welches nicht? Wie hoch ist unser täglicher Wasserverbrauch in Deutschland? Und wie steht es um das virtuelle Wasser, also das Wasser, was z.B. bei der Produktion von Kaffee verbraucht wird, aber nicht in unserer täglichen Bilanz auftaucht? Die Herstellung eines Kilos Kaffee benötigt ca. 21.000 Liter Wasser! Gewusst? Nein? Wieder was gelernt!

Betreuer Michel Kotzur, ÖAM-Student, freute sich über die gute Stimmung und die tolle Mitarbeit der Kurzzeit-Studierenden.


Einige Stuhlreihen blieben leider leer

Die Auswirkungen des Corona-Virus blieben leider auch hier nicht unbemerkt: Einige Klassen und eine Dozentin sagten ihre Teilnahme vorsichthalber ab, der Familientag, an dem die Kinder ihre Eltern mit in den Vorlesungssaal bringen dürfen, musste dieses Jahr ausfallen.