Versprochen ist versprochen – eine Kurzrezension



Im Rahmen der Einführung zur Veranstaltung „Umweltbildung / Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gingen wir RuN-Erstsemester*innen Mitte Oktober mit Prof. Dr. Heike Molitor in das Theaterstück „Versprochen ist versprochen“, welches an der HNEE gastierte. Als ich mir den Text auf dem Flyer zum Theaterstück durchlas, konnte ich mir schon eine grobe Vorstellung von dem machen, was letztendlich auf die Bühne gebracht werden würde. Ein paar Schlagworte waren: „Klimawandel, Digitalisierung, Chinesische Designerbabys, Politikverdrossenheit, Dieselskandal, Rechtspopulismus, Glaubwürdigkeit […]. Lasst uns streiten!“.


Das Hauptthema des Stücks steht schon in dem Titel: Was wird heutzutage alles versprochen und welche Personen und Institutionen halten sich eigentlich daran? Alle haben zu allem eine Meinung, aber ist die auch immer richtig? Und wie funktionieren Kompromisse eigentlich? Wir hatten uns alle bereits mit den Themen auseinandergesetzt und waren gespannt, wie diese in dem Theaterstück eingebracht werden würden.


Das Setting war untypisch für eine Theatervorstellung. Es waren mehrere runde Tische aufgestellt, an denen wir Platz nahmen. Die Bühne bestand quasi aus dem ganzen Raum und die zwei Schauspielenden standen sich gegenüber, auf unterschiedlichen Seiten des Raumes. Schnell wurde klar, dass es sich um ein Mitmach-Theater handelte, da Stifte und Papiere auf allen Tischen lagen. Ein wenig nervös machte mich das schon – ich bin nämlich kein großer Fan von unangenehm interaktiven Theaterstücken. Zu meiner Freude waren die Interaktionen aber vollkommen im Rahmen und man musste sich nicht peinlich berührt im Stuhl verkriechen.


Wir wurden aktiv angesprochen, ohne den Druck, etwas direkt antworten zu müssen.

Die Thematik „Versprechen“ wurde uns nähergebracht, indem die zwei Schauspielenden klar oppositionelle Meinungen vertraten. Der eine sehnte sich nach Versprechen, während der andere nichts davon hielt. Sein Argument: Versprechen sind da, um eingehalten zu werden. Allerdings passiert dies meistens nicht – vor allem nicht in der Politik. Deshalb sollte man nie etwas versprechen. Nun wurden wir aufgefordert, uns Gedanken über Versprechen zu machen.


Welche Versprechen würden wir von der Politik einfordern, wenn diese wirklich verbindlich wären? Diese Forderungen schrieben wir auf kleine Kärtchen, welche eingesammelt und vorgelesen wurden. Unter anderem gab es Forderungen wie „Mehr Radwege“, „Echte Klimaziele“, „Cannabis legalisieren“, „Weltfrieden“. Diese Dinge wurden von den zwei Schauspielenden humorvoll kommentiert. Außerdem sollten wir uns später am Tisch einigen, welches Getränk wir den restlichen Abend über trinken wollten. Eine Übung zur Kompromissfindung, die nicht leicht war, da wir alle etwas anderes tranken. Wir haben uns dann am Ende kreativ geeinigt, dass jede*r sich an den Tisch setzt, an dem das Getränk getrunken wurde, dass wir trinken mochten.


Die Schauspielenden schafften es mit Bravour, einen witzigen und interessanten Abend zu gestalten und uns aktiv daran teilhaben zu lassen, ohne dass es unangenehm wurde. Alles in allem ein sehr unterhaltsames Theaterstück, welches trotz seiner Leichtigkeit zum Nachdenken anregt.