15. Ackerdemische Presseschau

Wir schreiben Anträge für Forschungsgelder, Protokolle, Hausarbeiten und zum Semesterende auch immer viele Klausuren. Manchmal schreiben oder senden aber auch andere über uns - in unserer Presseschau fassen wir zusammen, was im Netz und im gedruckten Medium über den FB II herumschwirrt.

Presseschau Zeitung

Presseschau Zeitung (Foto: Roman Kraft auf Unsplash)


Schafe schaden nicht

Das Nachrichtenportal agrarheute berichtete über eine Studie zur Schafbeweidung im Winter vom Netzwerk „Schäfer schützen“ in Zusammenarbeit mit der HNEE. Im Laufe der letzten drei Winter wurde erforscht, wie sich die Beweidung von Winterzwischenfrüchten durch Schafe auf die Stickstoffverfügbarkeit im Boden auswirkt. Obwohl die Winterbeweidung früher verbreitet war, haben heute nur noch wenig Landwirt*innen Erfahrung damit. „Insofern reagieren viele zurückhaltend auf Anfragen von Schafhalter*innen, wenn diese die Ackerflächen als Winterweide nutzen möchten.“ erklärt Ann-Kristin Saurma-Jeltsch, Koordinatorin des Netzwerks „Schäfer schützen“.

Für Interessierte gibt es hier den vollständigen Abschlussbericht der Studie „Abschlussbericht Winterbeweidung“:

Abschlussbericht_Winterbeweidung
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Weniger Trog, mehr Teller!

Die Tagesschau schrieb über den Getreideverbrauch in Deutschland, welcher angesichts steigender Preise in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der Corona-Pandemie, die Trog-oder-Teller-Debatte befeuert. Denn 60 Prozent des in Deutschland geernteten Getreides werden verfüttert – „Für drei Kilogramm Futter entsteht dann am Ende ein Kilogramm Schweinefleisch“ erklärte Prof. Dr. Ralf Bloch gegenüber dem Nachrichtenportal. In Deutschland werden ungefähr 24 Millionen Schweine gehalten, das sei „schon eine erhebliche Form der Luxusveredelung“.


Hohe Kosten bei der Nutzung von Doppelmessermähwerken

Auf der Webseite der landwirtschaftlichen News-Seite top-agrar erschien ein Beitrag über eine weitere Studie des Netzwerks „Schäfer schützen“, in der gemeinsam mit Landwirt*innen die Mehrkosten der Verwendung eines Doppelmessermähwerkes im Vergleich zum üblichen Mähverfahren auf Naturschutzflächen geprüft wurde.

„Wir freuen uns besonders, dass in Brandenburg die Ergebnisse der Praxisstudie bereits aufgegriffen wurden. Landwirte, die für die Mahd ein Doppelmessermähwerk nutzen, sollen zukünftig im Rahmen der naturschutzorientierten Grünlandbewirtschaftung 100 €/ha und Jahr für die Flächen erhalten, die sie mit einem Doppelmessermähwerk mähen“, erklärt Ann-Kristin Saurma-Jeltsch als Koordinatorin des Netzwerkes „Schäfer schützen“.

Hier liest du den vollständigen Abschlussbericht:

Abschlussbericht-Kosten-verschiedener-Mhmethoden
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Big Brother is watching Huhn

Metall, Plastik oder Holz – womit fühlen sich Hühner im Stall am wohlsten?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Gerriet Trei im Rahmen eines wissenschaftlichen Experiments, wie der rbb berichtete. Insgesamt 70 Hühner wurden auf drei Container mit Innenausstattung aus verschiedenem Material aufgeteilt. Über ein Jahr lang werden die Hühner in den Containern auf der Barnimer Weide leben und wissenschaftlich begleitet, um am Ende Schlüsse ziehen zu können, unter welchen Bedingungen sie sich im Stall am besten entwickeln.

Die Einstallung der Hühner unter der Aufsicht von Gerriet Trei hat der rbb auch filmisch begleitet.


Niedertrampeln erwünscht

In der März-Ausgabe des bioland-Fachmagazins erschien ein Artikel übers Mob Grazing von Carsten Ertel, Nils Zahn und Prof. Dr. Inga Schleip. Beim Mob Grazing wird mit kurzen, intensiven Weidephasen gearbeitet, d.h. Wiederkäuer weiden mit einer hohen Besatzdichte für eine sehr kurze Zeit von nicht mehr als 24 Stunden auf einer Parzelle. Dabei fressen sie nur einen Teil des Aufwuchses, der Rest wird niedergetreten und bildet eine schützende Mulchschicht.

Im Rahmen des Projekts „Mob Grazing in Nord-Ost-Deutschland – Evaluation eines neuen Beweidungsverfahrens“, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU, prüft das Team unter der Leitung von Carsten Ertel, ob Mob Grazing auf Grünlandflächen des Bio-Mutterkuhbetrieb Weidewirtschaft Liepe GmbH im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin eine Alternative sowohl für den Betrieb als auch den Naturschutz sein könnte.

Mehr Informationen über den Versuch bekommt ihr im Artikel:

bioland_03_2022_Niedertrampeln_erwuenscht
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Wie Hänge und Weiden Wasser speichern können

Die dritte Folge des rbb-Podcasts „Feld, Wald & Krise“ beschäftigt sich mit zwei Ideen, um in Brandenburg auf kleineren Flächen mehr Wasser in der Landschaft zu halten. Eine davon ist das Mob Grazing. Prof. Dr. Inga Schleip spricht mit dem rbb über das Projekt „Mob Grazing in Nord-Ost-Deutschland – Evaluation eines neuen Beweidungsverfahrens“, in dem sie eine Chance sieht, die Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen. „Wir leisten einen Beitrag für ein enkeltaugliches Landwirtschaftssystem“ sagt die Professorin.


Wie Doping beim Sport - Der Dünger wird knapp

Vor dem Hintergrund knappen Düngers, steigender Nachfrage nach Dünger und steigender Düngerpreise, entstanden durch erhöhte Produktionskosten in Abhängigkeit von russischem Erdgas, werden Forderungen laut, die vier-Prozent-Stilllegung ab 2023 zurückzunehmen.

Die Zeit sprach in diesem Zusammenhang mit verschiedenen Akteur*innen, unter anderem kam Prof. Dr. Ralf Bloch zu Wort. Er sei „in großer Sorge“ über die Forderungen vieler Landwirte, Ziele für eine nachhaltigere Landwirtschaft notfalls hinten anzustellen. Es greife zu kurz, Anbauflächen als Reaktion auf den Krieg immer weiter zu intensivieren.“ Ralf Bloch vergleicht die Situation mit der eines Sportlers: „Wenn ich leistungssteigernde Mittel nehme, bringe ich höhere Leistung. Aber letztendlich schade ich damit meinem Organismus.“ Im Artikel werden auch Stimmen für die Gegenseite genannt. Die ganze Debatte lest ihr hier.


pack & satt:

5-Minuten-Terrine in bio, vegan & nachhaltig, das gibt‘s? Wie die moz, die Kölnische Rundschau und das StartupMag berichteten, brachte die HNEE Studentin Eva Maier mit dem „einpott“ vegane Fertiggerichte ins Bioregal. Ohne Verpackungsmüll, lästige Zusatzstoffe und unnötigen Zucker kommt das Gericht in einem Joghurt-Pfandglas daher und muss nur noch mit Wasser aufgegossen werden. Schon probiert?


„Zeit in der Natur verändert, wie wir denken“

Im Interview mit der Zeit sprach Umweltpsychologin Dr. Dörte Martens über die Wichtigkeit des Baumkletterns und des In-Erde-Buddelns für die Förderung der kindlichen Entwicklung. Dabei erzählte sie von Naturerfahrungsräumen, in denen Kinder autonom spielen und „Rasenmähereltern“, die besser nicht jedes Hindernis aus dem Weg räumen sollten.

Das BfN-Projekt „Naturerfahrungsräume“ beschäftigte sich mit der Konzeptüberprüfung von Naturerfahrungsräumen als Weg, unter realen Bedingungen Freiräume zurückzugewinnen und den Kindern spielerische Naturerfahrung zu ermöglichen.

Das vollständige Interview gibt es als pdf-Datei:

Zeit in der Natur verändert, wie wir denken
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