top of page

30 Jahre FB 2 - 30 Gesichter: Was macht unseren Fachbereich aus? (Teil 4: Lehrende)

Unser Fachbereich wird 30 Jahre alt, juhuu! Zu diesem Anlass haben wir 30 Interviews geführt. Studierende, Lehrende, Mitarbeitende, Praxispartner*innen und Alumni kommen zu Wort. Sie verraten uns, was den Fachbereich so besonders macht und stellen uns ihre Lieblingsthemen vor. In diesem Beitrag sprechen wir mit 6 Lehrenden.

6 Lehrende, 6 Persönlichkeiten & Lieblingsthemen: Prof. Dr. Erik Aschenbrand, Prof. Dr. Katja Arzt, Dr. Anke Strauß, Prof. Dr. Vera Luthardt, Prof. Dr. Benjamin Nölting, Prof. Dr. Heike Molitor(Fotos: HNEE; Ulrich Wessollek, HNEE; HNEE; Vera Luthardt; Lioba Keuch, HNEE; HNEE)

 

Prof. Dr. Erik Aschenbrand

Portrait Erik Aschenbrand (Foto: HNEE)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Erik Aschenbrand und ich bin seit Juni 2020 Professor für Internationalen Naturschutz an der HNEE. In der Lehre bin ich in den Studiengängen LaNu, NaRegio, Biosphere Reserves Management und Nachhaltiger Tourismus tätig. In der Forschung beschäftigt mich momentan zum Beispiel ein Projekt zur Situation der Ranger*innen in Deutschland, das wir an der HNEE durchführen.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz? Warum ist das Thema so bedeutend für den FB?

Mein Lieblingsthema sind Schutzgebiete wie Nationalparks und Biosphärenreservate. Das ist auch ein Fokus meiner Arbeit. Zum Erhalt der Biologischen Vielfalt brauchen wir Schutzgebiete. Besonders spannend finde ich aber auch, dass sie auch Ausdruck dessen sind, wie eine Gesellschaft auf Natur schaut, was sie schützenswert findet und wie sie damit umgehen möchte.


Was macht Sie zum Mitglied des FB 2?

Alle haben so eine gewisse Leidenschaft für jeweils unterschiedliche Aspekte von Landschaft. Das gilt für die Kolleg*innen aber auch für die Studierenden. Und das würde ich von mir selbst auch behaupten. Natürlich zeichnet sich der Fachbereich durch eine große Anzahl sehr engagierter Studis und Kolleg*innen aus.


 

Prof. Dr. Katja Arzt

Portrait von Katja Arzt (Foto: Ulrich Wessollek, HNEE)

Wer sind Sie und was machen Sie an der HNEE?

Ich heiße Katja Arzt und bin Professorin sowie Studiengangsleiterin im Masterstudiengang NaRegio (Nachhaltige Regionalentwicklung) - und das mache ich mit Leidenschaft.


Was ist Ihr Lieblingsthema am FB2?

Natürlich mein Masterstudiengang und mich mit Kolleg*innen darüber auszutauschen, wie wir kontinuierlich die Lehre verbessern und zusammenwachsen. Dieses Miteinander zwischen Kolleg*innen ist im Moment auch mein Lieblingsthema.


Warum ist dieses Thema so bedeutend für den FB2?

Der FB2 lebt davon, dass wir diesen Zusammenhalt leben. Für mich ist Kommunikation eine Schlüsselkompetenz in der Transformation zur Nachhaltigkeit. Und die muss auch in der Arbeit gelebt werden. Hier treffe ich auf einen Fachbereich, der in sich heterogen ist: Wir haben reine Naturwissenschaftler*innen und Menschen, die eher sozialwissenschaftlich arbeiten. Das ist eine ziemlich schöne Mischung. In meiner zukünftigen Forschung möchte ich das integrieren, also Positive Psychologie, Kommunikation und neue Formen der Lehre. Ich fühle mich als Mitglied des FB2 weil wir uns hier auf Augenhöhe begegnen.


 

Dr. Anke Strauß

Portrait von Anke Strauß (Foto: HNEE)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Ich bin Dr. Anke Strauß, ich beschäftige mich mit organisationalen Transformationsprozessen und leite den Weiterbildungsstudiengang Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement (SNM). Als Studiengangsleitung bin dafür zuständig, dass Inhalte, Lehrende und Methoden aufeinander abgestimmt sind und in Kooperation mit Partner*innen aus Wissenschaft und Praxis kontinuierlich weiterentwickelt werden. Neben der Lehre forsche ich zu alternativen Organisationen, Ästhetik und Narrativen und wissenschaftliche Weiterbildung, um den Studiengang auch konzeptionell weiterzuentwickeln und im internationalen Wissenschaftsdiskurs zu verankern.


Was ist Ihr Lieblingsthema am FB 2? Warum ist es so bedeutend für den Fachbereich?

Für mich ist das Thema Lehre und wie wir unterschiedliche Arten und Formen von Wissen sinnvoll vermitteln immer wieder eine Freude. Am Fachbereich gibt es eine große Offenheit gegenüber Neuem und die Fähigkeit unterschiedliche Perspektiven, Fachgebiete und Methoden miteinander in Dialog zu bringen. Mit dieser Haltung trägt der Fachbereich – auch über die jeweiligen Inhalte – zu der dringend benötigten Nachhaltigkeitstransformation bei.


Warum fühlen Sie sich als Mitglied des FB 2?

Zuerst war ich gar nicht so sicher, ob ich mit meinen Themen am richtigen Fachbereich bin. Dieses Gefühl hat sich aber schnell verändert. Ökosysteme bestehen ja nicht nur aus Natur, sondern sind komplexe Gefüge aus biologischen, geo-physischen chemischen und eben auch sozialen Elementen. Gleichzeitig bestehen Organisationen auch nicht nur aus Menschen. Eine Transformation zu Nachhaltigkeit macht es unabdingbar, die Fähigkeit zu entwickeln sich selbst als Teil dieses Gefüges wahrzunehmen. Für unseren Studiengang entwickeln wir inter- und transdisziplinäre Methoden, um diese Gefüge wahrnehmbar zu machen und mit dieser sehr komplexen Realität zu arbeiten. Dieses Jahr haben wir beispielsweise mit Prof. Dr. Uta Steinhardt zum Thema Boden zusammengearbeitet und haben dafür Personas entwickelt, die alle zu einer Bodengemeinschaft gehören, die bspw. beim Kaffeeanbau beteiligt sind. Diese umfassen sowohl Bäuer*innen oder Konsument*innen, aber auch Mikroben oder Wasser. Prof. Steinhart hat uns erst einmal Erde riechen, tasten – und ja, auch schmecken –lassen, bevor sie uns mit dem Konzept des Weltackers dafür sensibilisiert hat, für wie wenig Vielfalt wir eigentlich Unmengen von Boden ge- und verbrauchen. So profitieren wir vom jeweils anderen Blick und es ist genau dieses Interesse am Dialog zwischen Disziplinen, weswegen ich mich am FB2 genau richtig fühle.


 

Prof. Dr. Vera Luthardt

Vera Luthardt (Foto: Vera Luthardt)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Vera Luthardt. Ich bin Biologin am Fachgebiet „Vegetationskunde und Angewandte Pflanzenökologie“, beschäftige mich mit Moorkunde und –management sowie Monitoring in Lehre und angewandter Forschung. Außerdem bin ich die wissenschaftliche Leiterin des BRI (Biosphere Reserves Institute) an der HNEE und Vorsitzende des Brandenburger Naturschutzbeirats, Mitglied des MAB („Der Mensch und die Biosphäre“)-Nationalkomitees und vieles mehr. Ich habe fast alle Funktionen durch, die an unserem Fachbereich (FB 2) möglich sind.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz? Warum ist das Thema so bedeutend für den FB?

Mein Lieblingsthema ist ohne Frage alles das, was mit Mooren in Verbindung steht. Mit Blick auf die Philosophie des Fachbereichs sind sie besonders gut geeignete Ökosysteme, um das Gefüge der Landschaft, ökosystemare Vernetzungen und Funktionszusammenhänge, Werte und Eigenart der biologischen Vielfalt, anthropogene Beeinflussungen und Überprägungen über die Zeiten, deren Folgen im sozialökologischen Kontext und Notwendigkeiten und Wege alternativer Lösungen, Paradigmenwechsel in der Nutzung und der dazu notwendigen gesellschaftlichen Prozesse zu verdeutlichen. Also Verständnis für all das zu entwickeln, was den/die zukünftige Akteur*in in diesem Kontext von der Ökolandwirtin über den Naturschützer bis hin zu den regionalen oder strategischen Manager*innen ausmacht.


Was macht Sie zum Mitglied des FB 2?

Ich bin Urgestein des Fachbereichs und in diesem tief verwurzelt. Ich habe über die Zeit in den verschiedensten Funktionen viele grüne Äste ausgetrieben – die letzten Äste waren die Vertiefung Schutzgebietsbetreuung im B.Sc. LaNu (Landschaftsnutzung und Naturschutz) und die Initiierung und Mitbegründung eines Kompetenzzentrums für Biosphärenreservate. Auch die engagiert wirkende AG Moor & Grünland & Monitoring, die wir zusammen mit Inga Schleip immer weiter ausgebaut haben, erfüllt mich mit etwas Stolz. Das Leitbild des FB war stets Agenda für mein Wirken und es ist mir wichtig, dynamisch aktuelle Prozesse aufzunehmen und in das Wirken des FB insbesondere die Lehre einfließen zu lassen. In den über 40 angewandten Forschungsprojekten, die ich über die Zeit bearbeitet habe, habe ich mit diversen Kolleg*innen, insbesondere auch von FB 1 (Wald und Umwelt), zusammengearbeitet. Es gab nie Schranken der Querverbindungen zwischen den verschiedenen Fachbereichen.

Über die 30 Jahre meines Wirkens an der Hochschule gab es nie Stillstands-Zeiten. Es erfüllt mich jedes Mal mit großer Freude, wenn ich Absolvent*innen von uns bei Zusammenkünften mit den unterschiedlichsten Partner*innen und Anlässen treffe und von ihrer beruflich einschlägigen Einbettung und ihren positiven Erinnerungen an das Studium höre - und das geschieht sehr oft. Für mich ist das die größte Belohnung für all die Anstrengungen und das Engagement über die vielen Jahre hinweg.


 

Prof. Dr. Benjamin Nölting

Portrait von Prof. Dr. Benjamin Nölting (Foto: Lioba Keuch, HNEE)

Wer sind Sie? Was machen Sie?

Mein Name ist Benjamin Nölting, ich bin Politikwissenschaftler. Ich unterrichte das Fachgebiet „Governance regionaler Nachhaltigkeitstransformation“ am Fachbereich 2 – kurz gesagt geht es dabei um die Gestaltung nachhaltiger Regionalentwicklung. Außerdem arbeite ich am Forschungszentrum [Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer] der HNEE. Dort schärfen wir das Konzept Nachhaltigkeitstransfer wissenschaftlich weiter. Wir machen die vielfältigen Transferaktivitäten an der Hochschule sichtbar und verortet sie im Forschungsdiskurs zur Nachhaltigkeitstransformation.


Was ist Ihr Lieblingsthema im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz? Warum ist das Thema so bedeutend für den FB?

Ich finde die vielfältigen Transferaktivitäten des Fachbereichs in Lehre, Forschung und Third Mission besonders spannend. Hier wirkt die Hochschule, vertreten durch Lehrende, Forschende und Studierende, direkt in die Gesellschaft hinein und leistet wichtige Beiträge zu nachhaltiger Entwicklung mit ganz unterschiedlichen Praxispartner*innen im Austausch auf Augenhöhe: von großen Umweltverbänden bis zu kleinen Unternehmen, von Kitas bis zu Ministerien. Das wird oft mit sehr großem Engagement betrieben, aber leider häufig noch viel zu wenig sichtbar gemacht und als wichtiger Beitrag des Fachbereichs anerkannt.


Was macht Sie zum Mitglied des FB 2?

Ich bin immer wieder begeistert, mit welchem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung sich Studierende, Lehrende und Forschende hier einbringen. Niemand studiert oder arbeitet „aus Versehen“ in der kleinen Fachhochschule am Wald. Alle kommen gezielt hierher an die Hochschule für nachhaltige Entwicklung und arbeiten sehr offen miteinander.


 

Prof. Dr. Heike Molitor

Portrait von Prof. Dr. Heike Molitor (Foto: HNEE)

Wer bist du? Was machst du?

Ich bin Prof. Dr. Heike Molitor und ich habe seit 2008/2009 die Professur Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung inne.

Ich bin Studiengangsleiterin des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Bildung – Nachhaltigkeit – Transformation (BNT). Ich freue mich sehr darüber, die berufstätigen Studierenden an der HNEE zu wissen. Sie kommen nur an drei Präsenzwochenenden an die HNEE und treffen selten auf den Hochschulalltag hier an der Hochschule. An diesen Wochenenden wird sehr intensiv miteinander gearbeitet. Heute wird gelernt und morgen umgesetzt. Schneller kann Transformation nicht sein.


Was ist dein Lieblingsthema am FB 2? Warum ist es so bedeutend für den Fachbereich?

Mein Lieblingsthema ist die Bildung als Persönlichkeitsentwicklung aller Menschen hier an der HNEE. Das beinhaltet idealerweise, dass wir alle in der Beziehung zu uns, zu unseren Mitmenschen und zur Welt wachsen und damit gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Richtung nachhaltiger Entwicklung gestalten bzw. anregen.


Warum fühlst du dich als Mitglied des FB 2?

Der Fachbereich 2 hat mich hier an der HNEE vor 15 Jahren herzlich empfangen und mir von Anfang an signalisiert, dass ich mit meinem Thema sehr willkommen bin. Gerade die Verbindung von Regionalentwicklung mit Bildungsprozessen bereichert die gemeinsame Arbeit. Da ich selber aus den Umweltwissenschaften komme, finde ich eine interdisziplinäre und transdisziplinäre Perspektive sehr relevant. Es finden sich zu vielen Kolleg*innen immer wieder thematische Anknüpfungspunkte und das macht die Zusammenarbeit immer wieder aufs Neue interessant.

bottom of page