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Blühende Landschaften durch blühendes Versuchswesen

Zweites Treffen der Versuchsstationen in Brandenburg

Ein Gastbeitrag von Lisa Vagts
Versuchsstellertag (Foto: Ulrich Wessollek/HNEE)

Am 1. März trafen sich zum zweiten Mal Vertreter*innen der landwirtschaftlichen Versuchsstellen in Brandenburg. Bei einem durch die Koordinierungsstelle des Instituts für Lebensmittel- und Umweltforschung e. V. (ILU) organisierten Runden Tisch waren die Teilnehmenden zu Gast in der Lehr- und Forschungsstation der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) auf Gut Wilmersdorf. In kollegialer Atmosphäre setzen sie den im vorigen Jahr begonnenen intensiven Austausch zu gemeinsamen Themen fort.


Zu Beginn des Runden Tisches stellten die Vertreter*innen der Versuchsanstalten einander ihre Forschungsarbeiten vor, die Schwerpunkte wie Tierhaltung, Ackerbau, Bodenfruchtbarkeit, Beregnungstechniken oder Anpassungsmöglichkeiten an klimatische Veränderungen umfassen. Im Anschluss präsentierte Prof. Dr. Ralf Bloch, Leiter des Masterstudiengangs Ökologische Landwirtschaft und Ernährungssysteme an der HNEE, die Besonderheiten der Lehr- und Forschungsstation Wilmersdorf (LFS). Eingebunden in das InnoForum Ökolandbau Brandenburg werden hier Themen aus der landwirtschaftlichen Praxis in die Hochschullehre und -forschung eingebracht und die entstehenden Ergebnisse über den gezielten Transfer, in der Vernetzung von Akteur*innen, zurück in die Praxis getragen. Bei den Parzellenversuchen, wie aktuell beispielsweise im Kooperationsprojekt zUCKERrübe, werden Studierende der HNEE aktiv in die Forschungsarbeit eingebunden. Mit dem aktuell anlaufenden AnpaG Projekt („Erprobung und Anpassung von Wissenstransfer- und gruppenbezogenen Beratungskonzepten für einen nachhaltige Landwirtschaft in Brandenburg“) soll die landwirtschaftliche Beratung als weiteres bedeutendes Feld in den Fokus genommen werden. Wie Ralf Bloch erläuterte, sollen in dem Kooperationsprojekt von ILU, HNEE sowie der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. (FÖL) Gruppenberatungsformate erprobt, Berater*innen qualifiziert und Beratungsmöglichkeiten sichtbarer gemacht werden. In vielfältigen Veranstaltungen werden Landwirt*innen, Berater*innen, Koordinierende der HNEE sowie weitere Expert*innen zusammenkommen. Auch die Versuchsstellen könnten bei thematischen Veranstaltungen aktiv mitwirken.

Versuchsstellertag (Foto: Ulrich Wessollek/HNEE)

Anschließend stellte Dr. Anja Hansen vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. den geplanten Leibniz-Innovationshof vor. Ein bestehender Hof mit Viehhaltung wird zu einem Modellbetrieb ausgebaut, auf dem die Forschungsprojekte diverser Institutionen in der Praxis erprobt werden sollen. Für diese Arbeit wird aktuell eine Open Source basierte Plattform für das Datenmanagement geschaffen.


Das Management von Forschungsdaten und übergreifende Aspekte der Digitalisierung waren ein zentrales Thema in den Diskussionen der anwesenden Versuchsansteller*innen. Auch zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Arbeit in den Forschungsstationen und zu alltäglichen Herausforderungen wie Wildfraß fand ein Austausch statt. Um Synergien zu nutzen und zu gemeinsamen Themen regelmäßig im Gespräch zu bleiben, wurde ein vierteljährliches digitales Treffen vereinbart. An diesen Treffen, die vom ILU zu bestimmten Themenschwerpunkten organisiert werden, könnten neben den Leitenden der Stationen interessierte Projektleitende teilnehmen. Eine gemeinsame Übersicht über die jeweils vorhandene Versuchstechnik soll zudem neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit unterstützen.


Nach einem schmackhaften Mittagsimbiss, bereitet vom nahegelegenen Bioladen Wildblume Naturkost aus Angermünde (betrieben vom HNEE-Alumnus Marcel Schwichtenberg), gab Jans Bobert, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HNEE, einen Einblick in die Forschungsarbeit zu Biostimulanzien. Diese sollen die Stressresilienz von Pflanzen stärken und somit zur Pflanzengesundheit beitragen. Bei strahlendem Sonnenschein endete der zweite Runde Tisch der Versuchsanstalten mit einer Führung über die Lehr- und Forschungsstation Wilmersdorf. Hans-Hagen Lutzer, Feldversuchstechniker der LFS, diskutierte mit interessierten Besucher*innen die Eignung verschiedener Maschinen zur Beikrautregulierung. Robert Köster vom Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN e.V.) erläuterte auf den Versuchsflächen das Ziel des Vereins die Arten- und Sortenvielfalt zu erhalten und alte Sorten wiederzubeleben. Am Nachmittag verließ die Gruppe Gut Wilmersdorf mit neuen Eindrücken und dem Wissen eines baldigen Wiedersehens.


Für alle, die gern die Arbeit der Versuchsstationen näher kennenlernen möchten: Das ILU bietet auf seiner Website einen Überblick über alle anstehenden Veranstaltungen.

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