Reiche Lern-Ernte unter Palmen


Foto: Rieken


Das WPM „Beratung im Ökolandbau“ im Studiengang Öko-Agrarmanagement verfolgt Lernziele, deren Umsetzung die drei Lehrenden Dr. Marianne Nobelmann, Dr. Henrike Rieken und Prof. Dr. Horst Luley in Corona-Zeiten vor Herausforderungen stellten. Wir fragten uns, wie wir den Stoff via BigBlueButton (BBB) vermitteln können, obwohl wir gar keine Erfahrungen mit online Lehre über einen längeren Zeitraum bis dato hatten. Uff, dachten wir. Doch dank kompetenter Unterstützung von Mirella Zeidler gelang es uns, die theoretischen Anteile des Moduls via BBB aufzubereiten. Und by the wav bauten wir unsere Skills in Online Lehre / Webinaren auf und aus – ja, es hat überraschend richtig Spaß gemacht.


Trainings online? Geht nicht. Und jetzt?

Doch was machen wir mit dem Herzstück des Moduls, den Trainings zum Thema „Wie läuft Beratung ab?“ (3 Tage am Stück) und „Beratung von Gruppen“? (3 Tage am Stück). Dass das nicht online geht, war uns schnell klar. Denn in den Trainings lernen die Studierenden Beratung als Prozess kennen, um diesen als Berater*in situationsgerecht zu gestalten und erfahren Instrumente, um Klient*innen in ihren Veränderungsprozessen zu begleiten. Das Lehr‐ und Lernkonzept setzt auf Ausprobieren von Methoden und Techniken unter anderem der Gesprächsführung sowie die Reflexion eigener Motive und Haltungen.

Somit einigten wir uns zu Beginn des Semesters mit den Modul-Teilnehmer*innen darauf, dass wir abwarten, inwiefern Präsenzveranstaltungen in Kleingruppen im späteren Sommer möglich würden. Als im Verlauf des Sommersemesters klar wurde, dass die Brandenburger Verordnung zum Umgang mit der Corona Pandemie Präsenzveranstaltungen mit Auflagen ermöglicht, waren wir erleichtert und legten zwei Termine fest.

Doch wo? Wo lässt sich entsprechend der Corona-Auflagen Lehre praktizieren, die auf Interaktion setzt – bei 1,5 m Abstand und guter Durchlüftung?


Sommer, Palmen, Sonnenschein: Was kann schöner sein?

Wir scannten den Stadt- und Waldcampus und landeten im idyllischen Forstbotanischen Garten der Hochschule. Genauer: Im Überwinterungs-Gewächshaus. Vor Ort trafen wir den begeisterten Kollegen Dr. Bernhard Götz, wissenschaftlicher Leiter des Forstbotanischen Gartens. Mit viel Offenheit wurde es uns ermöglicht, im Gewächshaus unsere Präsenz-Trainings durchzuführen – auch die Vize-Präsidentin für Lehre Prof. Dr. Heike Walk unterstützte uns bei unserer Outdoor-Lehre-Idee. Nicht zu vergessen die Hausmeister, die uns Pinnwände und Material vom Stadtcampus rüberfuhren.

Dort, wo im Winter einige forstbotanische Schätze verweilen, wurden diese nun ergänzt um eine Kleingruppe Studierende und zwei Trainerinnen. Zusätzlich gab es noch ein Sonnensegel, unter dem wir einige Einheiten und Übungen durchführen konnten. Stets ein laues Lüftchen um die Ohren.


Neue Perspektiven fördern Lernertrag

Das Abtauchen und Einlassen auf den Ort – abseits der bekannten Lehr- und Lernorte des Stadtcampus’ - war förderlich und inspirierend für den Lernprozess sowohl bei den Studierenden als auch bei den Lehrenden. Und das trotz langer Tage und Wochenende – nicht selten arbeiteten wir von 8:30 bis 17:00 Uhr. Und trotz(ten) Wind und Wetter. Während Training I gab es einen Wolkenbruch inklusive kurzfristiger Hagelschauer und Überflutung im Gewächshaus. Während Training II windete es heftig und war deutlich kühler. Wir genossen alle Wetterlagen. Es dominierte aber der Sonnenschein.


Verstetigung und Ausbau fester Outdoor Classrooms

Wir sind dankbar für die Möglichkeit der Outdoor Lehre und sind hochmotiviert, auch „ohne Corona-Auflagen“ im nächsten Jahr wieder unsere Trainings im Forstbotanischen Garten durchzuführen. Begeistert wären wir – und die Teilnehmer*innen des Moduls auch – wenn es in baldiger Zukunft an der Hochschule einen festen Outdoor-Classroom gäbe, der auch im Raumverzeichnis der Hochschule auftaucht. Es passt einfach zu gut zu unserem Lehr-Verständnis an der HNEE.


Foto: Nobelmann


Der Redestab, der unter Corona-Auflagen keiner sein durfte. Daher nur Beobachter.