Versuchslabor Online-Lehre

Nun ist sie auf einmal da. Die Online-Lehre! Viel drüber gehört, viel drüber geredet, noch nicht so viel Erfahrungen mit ihr gesammelt.

Jetzt liegt sie auf dem Tisch, wie das neue mobile Endgerät, dessen Funktionen und Möglichkeiten mensch sich erst mal erschließen muss. Aussehen tut’s schon mal ganz gut. Die Bedienungsanleitung liest sich nicht ganz eindeutig. Zu viele Funktionen. Erstmal hochfahren das Gerät und dann durch’s Menü klicken. Ein bisschen ausprobieren, ein bisschen staunen, die oder den Technik-Expert*in des Vertrauens zu Rate ziehen. Weiter tüfteln. Das klappt hier alles nicht!! Kurz dem alten Gerät nachtrauern. Neu starten. Ach guck mal, jetzt geht’s. Anwendungen runterladen. Boah, was das alles kann! Erste Gefühle der Euphorie. Und wenn ich das jetzt mit dem Verbinde ... Synergien entstehen. Erste Gehversuche. Erste Inhalte. Erste Verzweiflung. Erste Erfolge.

Auch für einen Teil unsere Dozierenden ist die Online-Lehre ein neues Versuchsfeld. Wie können Inhalte, die sonst in Vorlesungen, Übungen und Exkursionen vermittelt werden, anschaulich über den Bildschirm transportiert werden?

Wir sind gespannt, was sie alles möglich machen kann und wollen zeigen, wie sie aussehen kann – diese Online Lehre.


Online Lehre per Video


Dr. Jana Chmieleski nimmt ihre LANU-Studierenden im Teilmodul Boden und Gewässer mit in den Lieper Wald und erklärt per Video die Bodenprofilansprache im Gelände. Tiefenentspannt am rechten Bildrand: Bergamasker Hirtenhund Federico Pinocchio. Welche Geräte müssen mit? Wie bereite ich das Bodenprofil richtig vor? Wie lege ich den Zollstock an? Wie fülle ich den Aufnahmebogen aus? Wie ordne ich die Substrate ein? Wie bestimme ich den pH-Wert (Schütteln!) und arbeite mit der MUNSELL-Farbtabelle? Wie grenze ich Horizonte ab? Was ergibt sich daraus für ein Bodentyp und was sagt dieser über meinen Standort aus? Teilweise begleitet sogar eine zweite Kamera die einzelnen Arbeitsschritte. Exkursion vom Schreibtisch aus und bei dem Wetter ohne Sonnen verbranntes Gesicht. Und sollte mensch doch mal kurz nicht aufgepasst haben, kann einfach kurz zurück gespult werden. Toll!


Unterstützt wird das bewegte Bild von einer praktischen Step-by-Step Präsentation zum Nachlesen und –bereiten.


Wir freuen uns auf eine Reihe von Beiträgen mit dem Titel „Bodenprofilansprache in Eberswalder Gärten – Studis buddeln vor der eigenen Haustür“. Bodenprofile bitte immer gut absichern.



Online Lehre mit analogen Hausaufgaben 

Im Kurs Empirische Sozialforschung holen Dr. Christina Bantle und Dr. Dörte Martens die analoge in die digitale Lehre. Wie das gehen soll? Edding, Schere und sonstiges Bastelwerkzeug bereithalten – es geht los!

Die ÖLV*innen des 6. Semesters bekamen zur Vorbereitung auf ihre Übung eine Präsentation mit Informationen zur Stichprobenbeziehung zur Verfügung gestellt und sollten die gelernten Inhalte anschließend in einem sogenannten „Stichprobenpuzzling“ in Beziehung setzen. Begriffe wie „Erhebungsmethode“, „Fallauswahl“, „Teilerhebung“ oder „Zufall“ wurden von den Studierenden erst auf Karten geschrieben und dann (wie die Beweisfotos zeigen) kreativ an- und zugeordnet und inhaltlich richtig miteinander verbunden. Die fertigen Stichproben-Puzzle-Kunstwerke wurden anschließend fotografiert und auf EMMA hochgeladen. Analoge, selbstüberprüfende Bastelstunde in der online Lehre!


Fotos Karl Müller, Leonie Bunke und Felicitas Hasper


Online Lehre zum Grünland-Anfassen 

Was wächst denn da? LANUs und ÖLV*innen kennen es nur zu gut: Manchmal ist das Bestimmen von Kräutern und Gräsern gar nicht so leicht. Besonders, wenn mensch bisher den „Rothmaler“ für den roten Whiteboard-Marker gehalten und bei „Blattöhrchen“ oder „gezahntem Blattrand“ eher Bilder von waldbewohnenden Fabelwesen im Kopf hatte.

Da ist die Ratlosigkeit im Gelände mitunter doch recht hoch. Bislang trafen sich Prof. Dr. Inga Schleip und ihre ÖLV*innen im Modul „Futterbau und Grünland“ einmal die Woche im Big Blue Button-Lernraum und besprachen Präsentationen und Aufgaben, die online zur Verfügung stehen. So ging es z.B. vergangene Woche für die Studis mit Kartierbogen, Zollstock, Bestimmungsbücher und zur ersten Grünlandansprache in die Botanik. Da steht mensch dann alleine vor einem Quadratmeter grüner Fläche und fragt sich: Wiesen-Fuchsschwanz oder Lieschgras? Kriechendes Fingerkraut oder doch ein Storchschnabel-Gewächs? Gundermann oder lila Taubnessel? Und wie funktioniert eigentlich dieser Bestimmungsschlüssel? Die ersten Bestimmungsversuche im Gelände brauchen oft ein wenig Unterstützung – da hilft der virtuelle Austausch manchmal nur bedingt weiter. Deswegen dürfen Dozentin und Studis ab nächster Woche wieder raus: Zwar erstmal nur in Kleingruppen und mit ausreichend Abstand und Mundschutz, aber dafür vom virtuellen Grünland ab auf die Weide.

Bei Fragen rund um die Tools befindet sich Mirella Zeidler auf Kurzwahltaste 1 und hilft zusammen mit dem ITSZ-Team dabei, dass in der Online-Lehre alles läuft!