Was macht eigentlich Moritz Bor?

In der Rubrik „Was macht eigentlich ...?“ erzählen unsere Alumni aus ihrer Zeit nach dem Studium. Dieses Mal berichtet der ehemalige ÖAM-Student Moritz Bor.

Nach einigen interessanten Stationen bereits während des Studiums, arbeitet er seit 2018 für die Naturland Marktgesellschaft im Ressort Tier.


Was hast Du in Eberswalde studiert und wann?

Ich habe an der HNE Eberswalde ab März 2013 Öko-Agrarmanagement mit der Vertiefungsrichtung Ökologische Ernährungswirtschaft studiert.

Vor dem Masterstudium hatte ich meinen Bachelorabschluss in Waldwirtschaft und Umweltwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gemacht.












Foto Credits: Moritz Bor


Warum hast Du Dich für ein Studium in Eberswalde entschieden?

Das hat sich aus meinem Zuzug nach Berlin und dem Wunsch ergeben, mich auch als Stadtmensch für Natur, Landschaft und deren Erhalt zu engagieren. In meiner Vorstellung wollte ich gleichzeitig in der Stadt und auf dem Land wirken und mich für frische Luft, gesunden Boden und sauberes Wasser einsetzen. Ökolandbau gibt da viele Antworten und der Masterstudiengang Öko-Agrarmanagement der HNEE schien mir ziemlich gut dazu zu passen.


Wo und wie hast Du während Deines Studiums Praxiserfahrungen gesammelt?

Das waren ziemlich viele Stationen:) Zu Beginn des Studiums habe ich bei der Berliner Bio-Bäckerei endorphina Backkunst gearbeitet und war im Bereich Marketing und Events aktiv. Im Sommer 2013 arbeitete ich während der Semesterferien in der Ukraine in einem Naturschutzprojekt mit Wasserbüffeln. Zurück in Berlin habe ich im Rahmen des Praxissemesters für endorphina Backkunst eine Filiale geplant, die Eröffnung betreut und eine B2B-Kundenzufriedenheitsanalyse erarbeitet. Parallel dazu habe ich in Zusammenarbeit mit Bobalis Agrar einen Streetfoodstand mit Bio-Wasserbüffel-Burgern konzipiert. Die letzte Station während des Studiums war die Beschäftigung in einer Kaffeerösterei für Bio-Kaffee.


Worüber hast Du Deine Abschlussarbeit geschrieben?

Über nachhaltige Handlungsalternativen am Beispiel der Gründung einer Rösterei für Bio-Kaffee.


Und was war Dein Ergebnis?

Nachhaltigkeit erfordert im unternehmerischen Alltag höhere Ausgaben, beispielsweise für Personal oder Rohwaren. Daraus ableiten kann man, dass die Kommunikation über die umgesetzten Maßnahmen im Unternehmen kundenwirksam geführt werden muss um am Markt zu bestehen. Im Fazit: Tu Gutes und lass es die anderen auch ungefragt wissen!


Wo hat es Dich nach dem Studium hingezogen? Was machst Du jetzt?

Direkt nach dem Studium war ich für Projekte bei einem kleinen Bio-Großhändler in Berlin angestellt, das war jedoch für mich und das Unternehmen eher ein Lückenfüller.

Seit 2018 bin ich bei der Naturland Marktgesellschaft im Ressort Tier für die Tierische Vermarktung zuständig. Meine Aufgabe ist die Koordination von Rind und Schwein entlang bestehender Wertschöpfungsketten in den neuen Bundesländern. Ein Teil meiner Arbeitsstunden steht im Dienst des Projekts Ganz-Tier-Stark, das zum Ziel hat, die Nachfrage nach regional erzeugtem Bio-Rindfleisch aus Weidehaltung bei Berliner Großversorgern zu erhöhen.


Wie geht es für Dich weiter?

Ich möchte mich weiterhin dafür einsetzen, dass mehr heimisches Bio-Fleisch produziert und konsumiert wird. Die Marktgesellschaft ist dafür ein guter Rahmen und ich genieße die gelebte Menschlichkeit in der Unternehmenskultur sehr. Manchmal beschäftigt mich, ob ich das Thema Fleischerzeugung, Ernährungstrends und Klimawandel noch genauer im Rahmen einer Promotion betrachten will. Da bin ich allerdings noch unentschlossen.


Was nimmst Du aus Eberswalde mit?

Man kann sich nicht genug aus der Nähe anschauen, um herauszufinden, was man nach dem Studium machen möchte. Aus den vielfältigen praktischen Eindrücken während des Studiums habe ich enorm viel gelernt und zudem die Strukturen und wichtige Vertreter*innen der Berliner Biobranche kennengelernt. Seitdem ich bei der Marktgesellschaft arbeite, bin ich Teil dieser Struktur und die HNEE hat mich darauf ziemlich gut vorbereitet. Danke Frau Rieken, Frau Häring, Herr Pape, Herr Trei und alle anderen:)


An welches Ereignis aus Deiner Studienzeit erinnerst Du Dich gerne?

An meinen Job auf der Grünen Woche im Januar 2015 - ich war Messehelfer bei Naturland e.V. und habe die kompletten zehn Messe-Tage mitgemacht. Da im Februar noch Prüfungen anstanden, habe ich mich als Spüler in der Küche des Naturland-Messestandes eingerichtet und die Wände mit meinen Lernzetteln beklebt (... es gibt wahrscheinlich bessere Lernumgebungen, aber meine Prüfungen liefen trotzdem ganz okay).

Abends nach Messeschluss hat mich die Standkoordinatorin Paulina dann mit vielen Leuten aus der Branche bekannt gemacht, mit denen ich heute noch im weiteren Sinne zu tun habe. Dafür bin ich ihr nach wie vor sehr dankbar.


Vielen Dank für das Interview!