Wer schön sein will, muss weiden



Lange wurde nach einer passende*n Professor*in gesucht, seit September ist sie da:  die Fachfrau für Grünland und Weidehaltung. Prof. Dr. Inga Schleip bietet dieses Sommersemester neue Veranstaltungen am Fachbereich an. Wir haben uns mit ihr getroffen und über Inhalte gesprochen.


Für die Ökolandbauer*innen geht es im Wahlpflichtmodul „Grünlandvegetation, Standort und Management“ quer durch Brandenburg. Insgesamt sechs Exkursionen sind in dem Modul geplant. Ziele sind unter anderem ökologisch wirtschaftende Betriebe am Stettiner Haff, im unteren Odertal und im hohen Fläming.

Die Studierenden beurteilen dort die Grünlandbestände und entwickeln gemeinsam mit den Betriebsleiter*innen  Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn Kühe beispielweise das Futter verweigern, bestimmen die Studierenden die Arten im Grünland und prüfen, welche für das Tier nahrhaft sind. „Es war als Studentin eines meiner Lieblingsmodule“ erinnert sich die Professorin.


Mit den Oköagrarmanger*innen möchte Inga Schleip im Modul „Weidesysteme und Weidemanagement im Ökolandbau“ die Weidehaltung zweier Betriebe analysieren. Zwei Exkursionen gibt es für die Masterstudierenden. Danach geht es in den Hörsaal, am PC analysieren die Studierenden dann alle betriebsrelevanten Daten. Wie viel Fläche hat ein Betrieb, wie viel kann beweidet werden und wie verändert sich die Futterqualität im Laufe der Zeit? Wie könnte man die Weidehaltung noch besser gestalten? Die Professorin ist gespannt, was die Ergebnisse liefern.


Weidemilch öko vs. konventionell


In der EG Öko Verordnung schauen sie sich das Kapitel Weide gemeinsam an, Weidegang ist für ökologisch wirtschaftende Rinderbetriebe aktuell eine Soll- und keine Muss-Bestimmung. Einige Anbauverbände verlangen den Weidegang. Verbraucher*innen lesen den Begriff „Weidemilch“ immer öfter auf Verpackungen, auch konventionelle Produkte werben mit Weidehaltung. Da stellt sich die Frage: Wie schaffen es die Ökobetriebe perspektivisch das Bild von weidenden Kühen für sich zu besetzen?

Inga Schleip möchte mit den Studierenden gemeinsam einen Blick über die Ländergrenzen werfen. Neuseeland, Irland, Großbritannien sind Vorreiter in Sachen Weide. Die Forschung ist weiter, was lässt sich von dieser für die Betriebe in der Region ableiten?


Aus der Beratung in die Lehre


Inga Schleip kommt gebürtig aus Heidelberg, hat an der Technischen Universität München in Freising Agrarwissenschaften studiert und dort auch promoviert. In den letzten Jahren arbeitete sie als Beraterin für einen Bioverband im Allgäu, Spezialgebiet Grünland. Seit letztem September vertritt sie am Fachbereich die Professur nachhaltige Grünlandnutzungssysteme und Grünlandökologie. Fortbildungen des Netzwerks „Studienqualität Brandenburg“ halfen ihr bei der Konzeptionierung ihrer Module. „Was sollen die Studierenden am Ende des Semesters wissen  und können?“ mit dieser Fragestellung hat sie ihre Module organisiert. Sie möchte  interaktiv und mit viel Bezug zur Praxis arbeiten.


Wir wünschen einen guten Start.