Zu Tisch bei ... Anne Nagel



In unserer ackerdemiker.in Reihe "Zu Tisch bei ..." besuchen wir unsere Forschungsmitarbeiter*innen an ihrem Schreibtisch. An unserem Fachbereich arbeiten aktuell circa 30 Menschen in unterschiedlichen Forschungsprojekten und oft ist es mir schon passiert das ich am Campus Menschen begegne bei denen ich mir denke: Mensch, die oder den habe ich hier schon oft langschlendern sehen, aber ein Studierende*r ist es auch nicht. Und da frage ich mich doch nicht selten: Wer sind diese Menschen und was machen sie hier? Man könnte sie natürlich einfach ansprechen und nachfragen, aber das wäre irgendwie unheimlich und macht nicht halb so viel Spaß wie die ganze Aktion gleich in einem interessanten Interview zu verwursten und damit alle Ackerdemiker*innen lesenden und interessierten daran teilhaben zu lassen. Diese Beitragsreihe soll helfen das Rätsel um (noch) unbekannte Gesichter am Fachbereich aufzulösen und zu schauen, ob die Schreibtische fleißiger Wissenschaftler*innen ein wenig ordentlicher sind als unsere ... Vorab: Sind Sie nicht!


Es folgt nach unserem ersten Gespräch mit Forschungsmitarbeiter Frederic Goldkorn das zweite Interview und zwar mit Anne Nagel. Sie ist Mitarbeiterin im EIP-Agri-Verbundprojekt Präzise Kalkung in Brandenburg (pH-BB) unter der Leitung von Prof. Dr. Eckart Kramer. Ihren Master hat sie an der HNEE in Regionalentwicklung und Naturschutz gemacht.


Hallo Anne, was sind deine Aufgaben in diesem Projekt und wie lange bist du schon dabei?

Da muss ich mal kurz zurückrechnen … Ich bin seit April 2017 Mitarbeiterin im Projekt und hauptsächlich zuständig für alle finanziellen Angelegenheiten sowie die Verteilung der EU-Gelder im Projekt. Aber es fallen auch jede Menge anderer Aufgaben im Projekt an, wie die Mitwirkung bei der wissenschaftlich-inhaltlichen Projektplanung und Koordinierung, Zuarbeiten zu einzelnen Arbeitspaketen oder die Pflege unserer Homepage.


Worum geht es denn genau in dem Projekt?

Unser Projektteam besteht aus Praxisbetrieben, Wissenschaftlern*Innen und Agrardienstleistern*innen. Gemeinsam bearbeiten wir das Thema Kalkungsmanagement und an Möglichkeiten, dieses in Brandenburg zu verbessern. Ziel ist es dabei, mit Hilfe mobiler Bodensensoren Bodeneigenschaften zu erfassen und Lösungen zur teilflächenspezifischen Düngung und Bereitstellung von Steuerungstechnik für die Düngerausbringung zu erarbeiten. Einfach gesagt, liegt unsere Aufgabe darin herauszufinden, welche Flächen der Landwirt kalken muss. Zu diesem Zweck müssen erst einmal die Bodeneigenschaften erfasst werden. In unserem Projekt geht es darum herauszufinden, wie man das mit Sensoren umsetzen kann.


Klingt interessant! Und was liegt heute auf deinem Schreibtisch?

Heute muss ich noch zwei Aufträge losschicken, da bei zwei unserer Partnerbetriebe in den nächsten Tagen eine Sensorbefahrung zur Ermittlung der Bodentextur durchgeführt wird. Für in dieser Woche geplante Feldversuche muss ich ebenfalls noch einiges vorbereiten. Für die Hannover Messe 2018 (eine der größten Technikmessen Europas) werde ich außerdem eine Präsentation zu unserem Projekt erstellen. Wir werden auf der Messe am Stand der HNEE mit dem Projekt vertreten sein.


Wirst du auch mit vor Ort sein?

Nein, das Projekt wird auf der Messe nicht mit einem eigenen Stand vertreten sein, sondern im Rahmen des HNEE Messe Auftritts. Über unser Projekt wird auf der Messe dann in Form eines Flyers und der besagten Präsentation, welche dort gezeigt wird, informiert.


Hast du auch Kontakt zu unseren Student*innen?

Da ich vor meiner Tätigkeit im Projekt selbst Studentin an der HNEE war, habe ich noch viel Kontakt zu Studierenden der Hochschule. Gemeinsames Mittagessen in der Mensa ist da schon mal drin und Freizeitaktivitäten sowieso, daran hat sich im Vergleich zu meiner Zeit als Studentin an der HNEE nicht allzu viel geändert. Obwohl natürlich viele meiner ehemaligen Kommilitonen nicht mehr in Eberswalde geblieben sind, nachdem Sie ihr Studium abgeschlossen haben.


Und wie sieht es aus mit Möglichkeiten zur Ausarbeitung von Abschlussarbeiten im Rahmen des Projektes? Und wurde das Projekt denn mal in Lehrveranstaltungen / Modulen thematisiert?

Wir haben auf jeden Fall ein großes Interesse daran, dass Abschlussarbeiten zum Thema des Projektes geschrieben werden. Da müssen wir uns jetzt mal überlegen, ob wir das zeitlich noch hinbekommen, weil ja zum Juni diesen Jahres Abschlussarbeiten wieder angemeldet werden müssen. Und dann müssen wir mal schauen, ob wir über die Hochschule eine Ausschreibung machen. Das Projekt war schon Thema im Rahmen von Vorlesungen von Prof. Dr. Kramer. Mein Kollege Ingmar Schröter hat auch schon 2-3 Gastvorträge gehalten, in dem das Projekt und Hintergründe zum Projekt vorgestellt wurden. Das hat sich natürlich angeboten, da es sich dabei um neue Ansätze in der Landwirtschaft handelt bzw. die Tatsache, dass mit Sensoren gearbeitet werden soll, um Bodeneigenschaften zu ermitteln.


Gibt’s denn schon von Transferaktivitäten – in und aus der Praxis zu berichten?

Im Moment noch nichts Konkretes, da wir noch recht am Anfang stehen. Ziel des Projektes ist es allerdings, dass wir am Ende konkrete und praktikable Lösungsansätze für die landwirtschaftliche Praxis bieten. Mit den Sensoren wollen wir ja herausfinden wie man am besten den Boden- pH ermitteln kann, auch unter ökonomischen Faktoren. Am Ende des Projektes sollen die Ergebnisse dann mithilfe von Schulungen und Infomaterialien an Landwirte und andere Akteure aus dem Bereich weitergegeben werden, um den Einstieg in eine präzise Landbewirtschaftung zu erleichtern.


Was war denn eine besonders schöne oder lehrreiche Erfahrung bis jetzt?

Wir stehen mit dem Projekt noch relativ am Anfang. Das Projekt ist ja erst letztes Jahr im April gestartet. Also ist es jetzt ziemlich genau ein Jahr alt. Zum Zweck der Sensorbefahrung sind wir immer für 1-2 Tage auf den landwirtschaftlichen Betrieben mit Übernachtung untergebracht und ich erinnere mich an einen 8-stündigen Arbeitseinsatz im Hochsommer auf dem Feld nach dem wir in den nächst gelegenen See gesprungen sind. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Allgemein kann ich sagen, dass wir echt ein cooles Team sind, alle verstehen sich super und es herrscht, ob im Büro oder bei Außeneinsätzen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Somit sind eigentlich alle Erfahrungen, die wir im Rahmen des Projektes machen, schöne Erfahrungen. Wenn diese Grundvoraussetzung erfüllt ist, kann man auf diesem Wege so ein Projekt auch gut angehen.