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BIOFACH 2023 mit Julian und Sarah

Die internationale Weltleitmesse für Bio-Produkte BIOFACH und der Naturkosmetik VIVANESS findet jährlich seit 1990 in Nürnberg statt, zuletzt vom 14. - 17. Februar 2023. Sie vernetzt alle wichtigen Akteur*inne in der Biobranche, wie Groß- und Einzelhändler*innen, Hersteller*innen oder Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft. Auch dieses Jahr waren wieder Ackerdemiker.innen dabei: Julian und Sarah (ÖAM-Studierende) erzählen von den Angeboten vor Ort und ihren persönlichen Highlights auf der BIOFACH 2023.


Hallo Sarah, was war eure Intention für den Besuch der Fachmesse? Wie war dein erster Eindruck?

Wie bereits bei der Sommer-Edition 2022 wurde auch diesmal deutlich, dass sich der Trend zu vegetarischen und veganen Lebensmitteln fortsetzt. Julian und ich wollten uns dieses Mal vorrangig auf potenzielle Arbeitgebende fokussieren, da wir bald unseren Master abschließen. Ich konzentrierte mich besonders auf die Vorträge, da diese bei meinem letzten Besuch etwas zu kurz kamen und mich die Themen besonders interessierten.

Bei der Sommer-Edition im letzten Jahr haben weniger Unternehmen ausgestellt. Das hat sich bei der BIOFACH 2023 wieder geändert. Trotz der langen Zeit auf den Beinen, hat es sich auch dieses Mal wieder gelohnt!


An welchen Vorträgen hast du teilgenommen und was konntest du daraus mitnehmen?

Als erstes war ich bei dem Vortrag „Vegan diets and organic farming: opportunities, challenges, and impacts on nutrition, food security and the environment“ von Anita Frehner (FiBL), Adrian Müller (FiBL) und Alina Gieseke (Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.). Dabei ging es vorrangig um eine gesunde und abwechslungsreiche vegane Ernährungsform sowie vegane ökologische Landwirtschaft, wie sie beispielsweise PlantAge praktiziert. Wusstet ihr, dass Gemüse nicht per se vegan ist, wenn mit tierischen Abfallprodukten, z.B. Mist oder Haarmehlpellets, gedüngt wird?

Der Vortrag über vegane Ernährung und ökologische Landwirtschaft (Foto: Sarah Hausler)

Danach hörte ich mir den Vortrag: „Bio-Städte – was sie können, was sie bieten und was sie wollen“ von Dr. Werner Ebert (Leiter Biometropole Nürnberg), Janina Baumbauer (Erlangen), Reiner Erben (Augsburg) und Jan Kohlmüller (Bremen) an. In Deutschland existieren bereits 27 Bio-Städte (z.B. München, Berlin, Hamburg)! Somit wohnen 14 Mio. Menschen in Deutschland aktuell in einer Bio-Stadt. Die Aufgaben der Bio-Städte liegen unter anderem in der Erhöhung des Bio-Anteils in der Essensversorgung von Kindern, Jugendlichen, öffentlichen Einrichtungen, Veranstaltungen und Märkten.


Ebenfalls soll die Ernährungsbildung vorangebracht und Aufklärung der Verbraucher*innen in Form von Aktionen und Veranstaltungen umgesetzt werden. Unternehmen der Bio-Branche werden zudem vernetzt und regionale Wertschöpfungsketten gefördert.

Zuletzt nahm ich an der Verkostung „Schoko & Wein“ von Riegel Bioweine & Zotter Schokolade teil. Dabei wurden jeweils sechs verschiedene Schokoladen-Sorten zusammen mit Bioweinen verköstigt. Hintergrundinformationen über die Herstellung und Ideenentwicklungen der Schokolade, sowie Herkunft der Bioweine wurden dabei dem Publikum mitgegeben. Eine Sorte hatte es besonders in sich: Die Grammel-Nuss-Schokolade. Da wurde mir dann auch klar, warum zu Beginn nach besonderen Ernährungsformen gefragt wurde. Es handelte sich dabei nämlich um eine Schokolade mit Grieben (Schweinespeck)! Ich ließ die Schokolade aber doch lieber aus, obwohl sie wohl sehr nussig und besonders lecker schmeckte.

Mein Lieblings-Duo & Schokolade und Wein zum Verköstigen (Fotos: Sarah Hausler)


Julian, wie ist die Messe aufgebaut und welche Halle hat dich am meisten interessiert?

Zusammen mit der VIVANESS erstreckte sich die BIOFACH dieses Jahr über insgesamt 12 Messehallen. Mit insgesamt 11 Hallen war die BIOFACH zudem umfangreicher als die letzten Jahre. Am meisten interessiert haben mich dabei die Messehallen 7/7A und 9, da in diesen Bereichen vor allem große und bekannte Unternehmen und Organisationen der Bio-Branche ausgestellt haben, wie bspw. Sonnentor oder Bioland. Ganz besonders zu empfehlen ist auf der BIOFACH auch der Bereich der Start-Up-Unternehmen, da es dort immer wieder kreative Ideen und Innovationen zu entdecken gibt. Dieses Mal hat mich v.a. ein Start-Up interessiert, welches sich auf Apfelessig spezialisiert hat. Natürlich durfte auch ein Rundgang bei diversen Getränkehersteller*innen auf der Messe nicht fehlen, da wir für den Studiclub Eberswalde (in dem Sarah und ich aktiv sind) auch immer auf der Suche nach neuen Limo- oder Biersorten sind.


Welche Schlüsse konntest du bzgl. deiner Berufswahl ziehen?

Natürlich ist die BIOFACH keine klassische Messe, um sich über diverse Berufsbilder zu informieren, dennoch bietet sie dahingehend viele Möglichkeiten. Ein großer Vorteil ist, dass auf der BIOFACH so gut wie alle namenhaften nationalen, wie auch internationalen Unternehmen und Organisationen der Bio-Branche vertreten sind. Ich persönlich interessiere mich vor allem für den politische Fragestellungen der Bio-Branche, sowie für Zertifizierungsunternehmen. Aus diesem Grund habe ich mich einerseits über Institutionen informiert, die sich mit der nationalen Agrarpolitik beschäftigen, wie bspw. Bioland, Demeter oder den NABU aber auch klassisch über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Andererseits wurde ich auch umfassend von ABCERT, einer großen ÖKO-Kontrollstelle in Deutschland, über Berufsmöglichkeiten informiert. Es hat mich bestärkt, mich auch mit einem beruflichen Werdegang in der Zertifizierung auseinanderzusetzten.


Sarah, was waren deine Highlights auf der Messe?

Bei der „Erlebniswelt VEGAN ” bin ich zufällig bei der Kochshow „Regionale Saisonale Küche trifft auf Zutaten von anderswo – warum das?“ von Anna Feigl (Biokreis e.V.) und Estella Schweizer (Aktivistin für klimafreundlich Küche und Expertin für pflanzenbasierte Ernährung) gelandet. Dort durften wir die Gerichte verköstigen, welche sie live vor Ort zubereiteten. Das war definitiv ein Highlight! Als Vorspeise gab es einen Kichererbsen-Salat, welcher süß (Datteln), umami (scharf gewürzte Erdnüsse) und frisch (Sellerie) schmeckte. Als Nachspeise aßen wir eine zarte Creme auf Basis von Cashewmus, welche wirklich hervorragend schmeckte! Leider waren wir erst dort, als das Essen bereits zubereitet war und bekamen somit nicht die Hintergrundinformationen wie die Zubereitung und die Herkunft der Lebensmittel mit. Das Essen ist sehr zu empfehlen!

Das Buch "Süße Welt! Vegan" von Estella Schweizer & Estella Schweizer und Anna Feigl live beim Kochen (Fotos: Sarah Hausler)


Ein weiteres Highlight für mich war der BIOFACH Neuheiten Stand. Dort werden jedes Jahr neue Produkte vorgestellt. Ich war besonders begeistert von dem Produkt „Der wachsende Tee“ von PRIMOZA. In dem Etikett des Teebeutels sind Samen eingearbeitet, welche nach der Benutzung des Tees in den Teebeutel eingepflanzt werden können.

Der Stand von PRIMOZA mit dem „wachsenden Tee“ (Foto: Sarah Hausler)

Weitere Neuheiten waren beispielsweise die Bio Pizza Bianca Vegan von followfood mit Dinkelboden und Cashewkern-Soße, Das PrOATein Haferprotein von naVitalo oder die RAWBITE Mini Bites Cashew.


Julian, was würdest du anderen Studierenden empfehlen, welche die BIOFACH nächstes Jahr besuchen wollen?

Wenn ihr euch für ökologische Lebensmittel interessiert und im Bereich der lebensmittelverarbeitenden Unternehmen, dem Lebensmittel(einzel)handel oder auch in der Lebensmittel-Zertifizierung arbeiten wollt, dann lohnt sich ein Besuch der BIOFACH auf jeden Fall. Außerdem gibt es immer sehr viel zu probieren und natürlich darf dabei auch der Stand der HNEE nicht fehlen, für dessen Betreuung jedes Jahr Studierende gesucht werden.



Hier findet ihr alle ackerdemischen Berichte von der BIOFACH über die letzten Jahre.

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